Berufliche Auszeiten wirken sich negativ aus

Drei Monate arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern gratis: Die Vorschläge von Experten, um die Einkommensschere zu schließen.

Nach wie vor beziehen Männer in der Regel deutlich höhere Lohneinkommen als Frauen. Die ausgewiesenen Einkommensunterschiede sind aber zu einem beträchtlichen Anteil auf Unterschiede in der geleisteten Arbeitszeit zurückzuführen. Bereinigt um die Stunden der Teilzeitarbeitenden, lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Männer in Österreich im Jahr 2005 um 18 Prozent über jenem der Frauen (Quelle: Eurostat).

Der gemessene Lohnunterschied liegt damit um drei Prozentpunkte über dem Mittelwert der EU-Mitgliedsstaaten und hat sich seit Mitte der 1990er-Jahre kaum verringert.

Die bestehende Lohnschere kann aufgrund der vorliegenden Evidenz kaum durch Unterschiede in der Qualifikation erklärt werden. Frauen partizipieren vermehrt am Arbeitsmarkt und weisen ein im Schnitt zumindest ebenso hohes Ausbildungsniveau wie Männer auf.

Auf dem Arbeitsmarkt spielt allerdings neben der formalen Qualifikation die Dauer der berufsspezifischen Erfahrungen eine große Rolle. Deshalb stellen Unterbrechungen von Berufskarrieren aufgrund von Betreuungstätigkeiten für Kinder oder ältere Familienangehörige ein potenzielles Hindernis für das berufliche Fortkommen dar. Da Frauen gegenwärtig die Hauptlast der familiären Betreuungsarbeit übernehmen, werden ihre Erwerbskarrieren häufiger negativ beeinflusst.

Ansatzpunkte zu einer Veränderung dieser Situation liegen aus diesem Grund einerseits in einer verbesserten Vereinbarkeit von Berufsleben und Familie, andererseits aber auch in einer gleichmäßigeren Verteilung der Betreuungspflichten zwischen den Geschlechtern.

Unterstützende Faktoren auf dem Weg zur geschlossenen Lohnschere können die Förderung des Zugangs von Frauen zu Führungspositionen – ein Bereich, in dem in Österreich zweifellos Handlungsspielraum besteht – und die Abkehr von traditionellen geschlechtsspezifischen Berufsmustern sein. Zudem weisen jüngste Forschungsergebnisse darauf hin, dass auch erhöhter Wettbewerb auf den Gütermärkten dämpfend auf die Lohnunterschiede wirken kann.

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