Bernd Weidacher, König der Meere

Ein gelernter Kellner aus der Steiermark ist Chef des größten schwimmenden Hotels auf dem Megatraumschiff „Freedom of the Seas“.

Auf dem größten Kreuzfahrtschiff aller Zeiten, der „Freedom of the Seas“, bewegt sich alles im Bereich der Superlative. 1.817 Kabinen bieten Platz für 4.374 Gäste – fast doppelt so viel wie einst auf der „Titanic“. 1.400 Mitarbeiter aus 65 Ländern sind im Einsatz – in zwanzig Bars, drei prunkvoll-kitschigen Speisesälen und drei Restaurants. 2,6 Millionen Liter Frischwasser werden jeden Tag für den gigantischen Swimmingpool aufbereitet. Für Unterhaltung sorgen Broadwayshows im Schiffstheater und Eisrevues auf einer eigenen Eiskunstbahn. Im Bord-Casino stehen gleich 300 Spielautomaten.

18 Monate lang haben die Arbeiter in einer finnischen Werft gehämmert und geschraubt, bis das Mega-Traumschiff vom Stapel laufen konnte. Die US-Reederei Royal Caribbean International ließ sich das 339 Meter lange und 15 Stockwerke hohe Fahrzeug 800 Millionen Dollar kosten. Seit Sommer 2006 kreuzt das Schiff von Miami aus in der Karibik.

Obwohl drei Viertel der Gäste aus den USA kommen, hat an Bord ein Österreicher das Sagen: der Steirer Bernd Weidacher, der seit dem Stapellauf als Hotelmanager des größten schwimmenden Hotels der Welt fungiert. „Auf so einem gigantischen Schiff ist auch der Stress gigantisch“, sagt Weidacher, der nach fünf Monaten Dienst in Uniform ohne einen einzigen freien Tag derzeit in seiner Heimatstadt Unterpremstätten Weihnachtsurlaub macht und dabei hart gegen den Schwarzenegger-Akzent ankämpft, der sich in sein Deutsch eingeschlichen hat.

Früher einmal war Weidacher Gastronom in Graz. „Elf Jahre betrieb ich das Hotel Posthorn in Eggenberg, aber dann habe ich wegen einer neuen Verkehrsplanung die Parkplätze verloren und aufgegeben.“ Ein klassischer Fall von Krise als Chance: Den Traumjob am Traumschiff holte sich der gelernte Koch/Kellner Weidacher dank einer von ihm in der Zentrale von Royal Caribbean in Miami entwickelten Innovation. Er gab ein Computerprogramm in Auftrag, mit dem sich die Reederei beim Einkauf von Lebensmitteln jährlich mehrere Millionen Dollar spart. Aus Begeisterung für den findigen Österreicher gaben ihm seine Bosse den Top-Job am Luxusliner, bei dem ihm nun 1.300 der 1.400 „Freedom of the Seas“-Mitarbeiter unterstehen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Peter Pelinka

Nationalratswahl 2017

SPÖ: Vorwärts zu den nächsten Fehlern?

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller: "Diesel-Skandal, ein Weckruf"

Wirtschaft

VW-Konzernchef Müller: "Der Diesel-Skandal war ein Weckruf"

Stil

Sterben war gestern: Ist Altern besiegbar wie die Pest?