Beim K-Wort „Korruption“ ist Schluss mit lustig

In Österreich die Eurofighter-Causa, in Deutschland der Siemens-Skandal: Vier Experten über Korruption, Bestechung und Schmiergeld.

Ist es eine kognitive Schwäche, die uns in Österreich wieder einmal auf der Insel der Seligen sitzen lässt? Das mit dem „Pecunia non olet“ geht ja noch. Wenn aus dem Kontext jedoch das K-Wort durchschlägt, dann ist Schluss mit lustig.

Im Umgang mit der Thematik zeigen sich dabei wiederkehrende Reflexe. Zum einen verkürzt man gerne auf den öffentlichen Sektor, hängt ihm dankend ein vermeintliches Monopol um. Im Private Sector wird Gleiches demgegenüber mit dem Sanktuarium vermeintlich exkulpierender Marktmechanismen apostrophiert. Zum Zweiten strapaziert man den verwegenen Anspruch, es gebe auch Positiva „konspirativer Marktbeschleunigung“. Vorbei an aller Wissenschaft, die Standortschwächung, Einbrüche in Rechtssicherheit bis hin zu Social Unrest konstatiert.

Drittens häufen sich die Opfer, und es fehlen die Täter. Das exklusive Fingerpointing auf andere gehört ebenso auf der sozialen Mikroebene zum Ritual, wie es auch Teil des makrosozialen Diskurses ist. Schmieren tut stets der andere, tun ferne Länder und Regionen. So verwundert es aber das fachliche Ausland, dass es hierzulande noch kein Urteil auf Basis der OECD-Konvention gegeben hat. Nach dieser ist nämlich auch die Bestechung ausländischer Entscheidungsträger im Ausland in Österreich strafbar. Zum Vierten wird das Empörungsvorrecht hauptsächlich von jenen in Anspruch genommen, die in Diskussion geraten. Man empört und verwahrt sich vorsorglich, autotherapeutisch wertvoll als sammelndes Refugium verwehrender Wehrhaftigkeit gegen Kriminalisierung. Somit auch gegen das K-Wort.

Womit wir beim letzten Aspekt sind. Nämlich dem, dass dort, wo es kein Gerichtsurteil gibt, der Deckel draufkommt. Damit wird aber jegliche soziale Inadäquanz auf beweisbare Tatbilder des Strafrechts verkürzt. Außen vor bleibt die Kulturfrage. Es wäre Zeit, auch in Österreich das K-Wort selbstreflexiver beim Namen zu nennen. Zu benennen, dass Schmieren schlicht Korruption ist. Und dass Korruption eine Kulturfrage ist. Überall.

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