Beherztes Reagieren auf neue Herausforderungen

Zehn Prozent des Fonds sind in Russland investiert.

Michael Sieghart, ein 1974 ge­borener Wiener, hat sich nach seinem Wechsel zur DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, zu einem der besten Manager für euro­päische Aktien entwickelt. Mit seinem DWS European Equities (LU0145634076) steht er derzeit in der Dreijahreswertung mit 61 Prozent Gesamtgewinn auf Platz drei von 249 Europaaktienfonds. In seinem Erfolgsfonds liegen mittlerweile 1,3 Milliarden Euro.

Das Schlimmste ist vorbei. Fondsmanager Sieghart beschäftigt derzeit eine Frage, bei der es auch um Milliarden geht, sehr viele Milliarden sogar: Wo stecken die Riesenverluste, die durch die US-Hypothekenkrise entstanden sind? Die DWS geht von 650 Milliarden Dollar Verlusten aus, von denen inzwischen 317 Mil­liarden Dollar irgendwo bei Banken oder Versicherungen aufgetaucht sind. Der Verbleib von 333 Milliarden Minus bleibt demnach bis auf Weiteres ungeklärt. Allerdings ist es beruhigend, dass der Finanzsektor in den vergangenen Monaten insgesamt 227 Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt hat, sodass die Handlungsfähigkeit im Großen und Ganzen gewahrt bleibt. Für Sieghart ist deshalb das Schlimmste bereits ausgestanden, auch wenn es noch lange dauern wird, bis der Finanzsektor ­wieder zu seiner alten Profitabilität zurückkehren wird – nicht zuletzt bedeuten die Milliarden-Finanz­spritzen eine enorme Verwässerung des bisherigen Eigenkapitals. Sieghart verdankt seinen Erfolg dem beherzten Reagieren auf aktuelle Herausforderungen. So hielt der Fonds Ende Februar keine Finanz­werte und 15 Prozent Bargeld. Seit Mitte März hat der Fonds aber wieder Aktien von Banken und Versicherungen zugekauft, auch wenn von einer Übergewichtung des Sektors noch ­länger keine Rede sein wird. Die größte Chance sieht Sieghart momentan in Russland, deshalb sind zehn Prozent des Fonds dort investiert. Angesichts von Ölpreisen, die immer neue Rekorde erreichen und inzwischen schon an der 130-Dollar-Marke pro Fass kratzen, und einer stabilen politischen Führung kann in Russland nicht viel passieren, glaubt Sieghart. Davon profitiert auch die Strabag, die auf auffallend vielen Baustellen in Moskau tätig ist – eine der Aktien, die Sieghart
im Fonds hält. Weil das Wachstum in den Schwellenländern generell robust bleibt, sieht der DWS-Manager auch gute Zeiten für den international tätigen Anlagenbauer Andritz oder den Stahl­titel ArcelorMittal. Weitere Favoriten sind die Bereiche Solar, Windenergie und Versorger. Untergewichtet bleiben dagegen Konsumtitel, vor allem aus Großbritannien.

Renault-Chef Ghosn wegen Veruntreuung bei Nissan in Haft

Wirtschaft

Renault-Chef Ghosn wegen Veruntreuung bei Nissan in Haft

Start-ups

startup300 übernimmt Crowdinvesting-Plattform Conda

Steuertipps

Für Unternehmer: 7 Steuerspartipps zum Jahresende 2018