Begrenzung des Mietpreises ist erforderlich

„Die teuren Marktmieten lassen auch die Inflations­rate in die Höhe springen.“

Wohnen ist sehr teuer: Rund 11,90 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen die Durchschnittsmieten am privaten Wohnungsmarkt in Wien laut einer aktuellen Erhebung von Immobilienmaklern. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung sind das satte 950 Euro im Monat! Und: Die Mieten werden nach Prognosen der Immobilienbranche weiter kräftig zulegen.
Das ist zu viel für Durchschnittsverdiener und junge Fami­lien. Denn Durchschnittsverdiener müssen bereits 40 Prozent und mehr von ihrem Einkommen allein für die Miete ­ausgeben. Gar nicht zu reden von Lebensmitteln und Strom. Viele bringt das sogar in finanzielle Notsituationen.
Der Grund für die steigenden Mieten sind die fehlenden Mietenbegrenzungen. Denn steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen auch nur leicht an, kommt es zu empfindlichen Preiserhöhungen.
Die Folge: massive Umverteilung zugunsten von Immo­bi­lieneinkommen und Immobilienvermögen. Das ist unfair und eine enorme Schieflage zwischen Immobilieneigentümern und Mieterinnen und Mietern. Überhöhte Mieten schaden obendrein der Volkswirtschaft insgesamt. Steigen die Mieten, sinkt die Kaufkraft der einzelnen Mieterinnen und Mieter. Das wirkt sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Konsumnachfrage aus und schadet damit wieder der Beschäftigung.

Darüber hinaus kommt es auch zu einer Mieten-Inflation-Mieten-Spirale: Denn die teuren Marktmieten lassen die Inflationsrate in die Höhe springen, und die erhöhte Inflationsrate verteuert wegen der Indexierung wieder alle Mieten, auch bei bestehenden Mietverhältnissen.
Es muss rasch etwas gegen den Preistreiber Wohnen getan werden. Wohnen muss wieder leistbarer werden. Wir von der Arbeiterkammer fordern eine Mietrechtsreform mit einer klaren und wirksamen Mietenbegrenzung. Das derzeitige Richtwertmieten­system ist völlig undurchschaubar und wirkungslos.
Außerdem sollen die Mieten bei bestehenden Mietverträgen stärker von der Inflationsrate entkoppelt werden.

Peter Pelinka

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