Bawag: Wolfgang Flöttls Millionenshow

Wolfgang Flöttl verspekulierte im Jahr 1998 rund 120 Millionen Euro eigenes Vermögen und sanierte sich mit mehr als 140 Millionen Euro in Form von Provisionen und Gratiskrediten von der Bawag.

Zwölfmal musste Wolfgang Flöttl bisher zu Einvernahmen im Wiener Straflandesgericht erscheinen. Zwölfmal musste der Ehemann der Enkelin von Ex-US-Präsident Dwight D. Eisenhower seine Rolle im größten Wirtschaftsskandal der Zweiten Republik dem Oberstaatsanwalt Georg Krakow erklären. Zwölfmal musste der Investmentbanker die Geldströme hinter den gigantischen Fehlspekulationen in der Karibik den Kriminalbeamten der Soko Bawag darstellen. Standesgemäß düste Flöttl zu jedem Termin in der Business Class von New York nach Wien, blieb eine Nacht und flog dann wieder zurück in sein Luxusapartment in der noblen Park Avenue in Manhattan – so auch zu Wochenbeginn. Zwar erstickte seine Termindisziplin gerichtliche U-Haft-Pläne im Keim – regelmäßiges Erscheinen zu Einvernahmen killt das Fluchtgefahr-Argument –, verursachte jedoch im Gegenzug enorme Kosten: Allein für Airlinetickets blätterte Flöttl bis dato über 40.000 Euro hin.

Für den hoch gewachsenen Finanzmanager Wolfgang Flöttl ist das ein Klacks. Denn im Gegensatz zur Bawag, die durch seine fehlgeschlagenen Karibikgeschäfte rund 1,5 Milliarden Euro abschreiben musste, verfügt der 51-jährige Sohn des früheren Bankgenerals Walter Flöttl über beste Bonität. Dass der Milliardenspekulant finanziell auf soliden Beinen steht, verdankt er ausgerechnet seinem größten Opfer. Die im FORMAT vorliegenden Bawag-Gerichtsakt (Zahl 242 Ur 287/06s) enthaltenen Einvernahmeprotokolle, Sachverständigengutachten, Notenbank-Prüfberichte und Kreditverträge belegen, dass Wolfgang Flöttl zwischen 1998 und 2001 mehr als 140 Millionen Euro von der Bawag erhalten hat. Konkret konnte sich Flöttl durch Entnahmen aus dem Bawag-Fondsvermögen sowie Bawag-Provisionen und -Kredite nachhaltig sanieren.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Geld

Mieten wieder deutlich gestiegen

Air Berlin - Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer in Sorge

Wirtschaft

Air Berlin - Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer in Sorge

Uber droht Lizenzentzug in London

Wirtschaft

Uber droht Lizenzentzug in London