Bawag und ÖGB: Das siamesische Dilemma
Exklusiv: Morgan-Stanley-Plan für Verkauf

Nur milliardenschwere Subventionen sicherten das Überleben der Gewerkschaftsbank Bawag PSK. Nun liegt deren Eigentümer ÖGB im finanziellen Koma – und droht nicht mehr aufzuwachen.

Der 29. Juni 2006 wird in die Annalen der österreichischen Arbeiterbewegung eingehen. Denn exakt 13 Wochen nachdem der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) den Verkauf seiner Banktochter Bawag PSK verkündete, wird an besagtem Donnerstag der ÖGB-Bundesvorstand zusammentreten, um abermals einen historischen Beschluss zu fassen: den Totalverkauf des ÖGB-Vermögens. Zur Rettung des roten Riesen soll alles nicht Niet- und Nagelfeste unter den Hammer kommen. So sind etwa der Verkauf der ÖGB-Zentrale in der Wiener Hohenstaufengasse und die Übersiedlung in die Schlachthausgasse fast beschlossene Sache. ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider zu FORMAT: „Die Finanzlage des ÖGB ist angespannt“ (Interview im neuen FORMAT).

Durch den vorwöchigen Vergleich mit dem US-Justizministerium und die dafür wirksam gewordene Staatshaftung kann zwar das Überleben der Bawag gesichert werden, doch die finanzielle Krise des ÖGB hat sich damit noch verschlimmert. Die milliardenschwere Übernahme von Schulden und Karibikverlusten der Bawag PSK lösen nun bei den Gewerkschaftern einen Kampf auf Leben und Tod aus.

Das Duo ÖGB/Bawag steht vor einem für siamesische Zwillinge typischen Dilemma: Wenn ein gemeinsames Weiterleben nicht mehr möglich ist, muss eine Trennung durchgeführt werden – und die kann für beide Patienten tödlich enden. Der erste Teil dieser hochriskanten Notoperation ging in der Vorwoche erfolgreich über die Bühne. Zwilling eins ist gesund: Die von allen Altlasten befreite Bawag PSK wird nun zum Verkauf herausgeputzt.

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