Banken: Das System Bawag

Neo-Bawag-Boss Ewald Nowotny muss die Gewerkschaftsbank besser aufstellen, um trotz Refco-Verlusten und dem Aus für das Offshore-Business langfristig noch Geld zu verdienen.

Ein paar Stunden, nachdem Ewald Nowotny als neuer Bawag-General präsentiert worden war, hielt der gestandene Sozialdemokrat Dienstagabend einen Vortrag beim Alfred-Dallinger-Symposium in der Wiener Arbeiterkammer, Thema: „Alternativen zur neoliberalen Globalisierung“. „Da haben einige geschmunzelt“, kann sich Nowotny, 61, selbst ein Lächeln nicht verkneifen. Denn unter dem gleichen Motto – wenn auch im übertragenen Sinn – könnte er ab Jänner 2006 seine Arbeit an der Bawag-Spitze aufnehmen. Er hat angekündigt, die globalen Finanzgeschäfte der Gewerkschaftsbank im Dunstkreis neoliberaler Spekulanten abzustellen. Mit denen hat sich die Bank nämlich gerade gehörig die Finger verbrannt.

Gebetsmühlenartig bedauert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, man sei beim Refco-Fiasko einem Betrüger aufgesessen. Nowotny sieht als Hauptaufgabe, „das Vertrauen in die Bank wieder zu stärken“. Doch es steht viel mehr auf dem Spiel: Die Refco-Connection war auch Teil des Systems in der Bawag PSK: Weil in Österreich nur wenig Geld zu verdienen und der Eigentümer ÖGB finanziell brustschwach ist, wurde ein schwer zu durchschauendes Geflecht gesponnen – mit dem Ziel, sich anderswo Geld zu holen.

Jetzt bricht das System auf, Schwächen der Bawag treten offen zutage. Nowotny will sich „aufs Kerngeschäft konzentrieren“. Um damit über die Runden zu kommen, muss er den Laden aber wohl von Grund auf umkrempeln.

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