"Ausgeglichenes Budget der falsche Weg":
Androsch und Treichl gegen ein Nulldefizit

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl und der Industrielle Hannes Androsch fordern angesichts der Finanzkrise eine rasche Steuerreform sowie Investitionen in Bildung, Forschung und Energie, um die Konjunktur zu beleben. Beide Wirtschaftsbosse halten deshalb auch ein Festhalten am Nulldefizit für nicht unbedingt erforderlich.

Treichl: "Wenn man echte Reformen in Angriff nimmt und die Grundbelastung durch den Staat (mit einer Steuerreform, Anm.) gesenkt wird, habe ich kein Problem mit einem höheren Budgetdefizit."

SPÖ-Wirtschaftsberater Androsch wiederum plädiert an seine eigene Partei, im Zuge einer Steuerreform auch die Leistungsträger zu entlasten. Androsch: "Es müssen Einkommen nicht bis 4.000, sondern bis 7.000 Euro im Monat entlastet werden - und der Spitzensteuersatz endlich gesenkt werden. Das müssen auch meine Freunde in der Partei und Gewerkschaft verstehen."

Beide fordern von der Politik mehr Mut, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und auch unpopuläre Maßnahmen (am Beispiel der Pensionsreform) in Angriff zu nehmen. Treichl: "Man sollte in einer solchen Phase niemanden in die Regierung aufnehmen, der nach vier Tagen ein Burn-out-Syndrom bekommt, weil er sich zwischen Ministerium und dem Jaguar nicht zurecht findet."

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