Aufregender Briefverkehr

Die Post AG plant nach dem Börsengang Filialschließungen und Mitarbeiterabbau. FORMAT exklusiv vorliegende Aufsichtsratspapiere belegen zudem Immobilienverkäufe im großen Stil.

Anton Wais steht unter Druck. Der 58-jährige Generaldirektor der Österreichischen Post AG weiß, dass der erfolgreiche Börsengang seines Unternehmens vor allem von einem Deal abhängt: der Übernahme des deutschen Gefahrengutlogistikers trans-o-flex mit einem Jahresumsatz von 460 Millionen Euro. Dessen Eigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie, will zwar verkaufen, pokert aber heftig um den Preis. Die Österreicher befinden sich nun in einer Zwickmühle: Einerseits ist der Takeover ein wichtiges Element für die börsenkompatible Neupositionierung des gelben Riesen, andererseits schadet ein überteuerter Kauf dem Image des kommenden Börsenstars. In den nächsten Wochen und Monaten wird daher noch intensiv verhandelt werden müssen.

Eckstein in der Post-Strategie. Die strategische Bedeutung, die Wais aus börsenprospektrechtlichen Gründen nicht kommentieren will, wird in einem FORMAT exklusiv vorliegenden „Protokoll der
41. Sitzung des Aufsichtsrates der Österreichischen Post AG am 15. Dezember 2005“ auf Punkt und Beistrich festgehalten. Das Geheimpapier dokumentiert auf insgesamt 25 Seiten (exklusive Anhang) nicht nur den Reiz des grenzüberschreitenden Unternehmenskaufs, sondern auch weitere große Überraschungen: Offenherzig legt der Vorstand seine Pläne für den Mitarbeiterabbau im heurigen Jahr und Postamtschließungen ab 2007 dar. Auch unmittelbar bevorstehende Immobilienverkäufe wurden im Aufsichtsrat beschlossen und protokolliert.

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