"Aufnahme von Beitrittsverhandlungen nur logisch": Haider im FORMAT-Interview

In einem Interview mit der aktuellen Freitag-Ausgabe des FORMAT bekräftigt der Kärntner FP-Landeshautpmann Jörg Haider seine positive Haltung zu einem EU-Beitritt der Türkei: "Eine Türkei, die von Europa zurückgewiesen wird, würde ein fundamentalistisch-islamischer Staat werden. Angesichts des Terrors ist ein fundamentalistischer Gottesstaat vor der Haustür der EU nicht wirklich wünschenswert." Die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen sei "nur logisch."

Zur ablehnender Haltung von Kommissar Franz Fischler und den zurückhaltenden Erklärungen von Kanzler Wolfgang Schüssel in Sachen Türkei-Beitritt meint Haider: "Viele Politiker haben kalte Füße bekommen vor dem, was sie vor Jahren selbst beschlossen haben. Die Position etwa von Franz Fischler oder anderen in der Regierung, die zuerst für einen Beitritt waren und jetzt davor warnen, ist ein ziemlicher Opportunismus und ein zynisches Spiel. Wir werden offenbar von lauter Hornochsen geführt in dieser Republik."

Zur eigenen Partei meint Haider: "Ja, die haben eine grundsätzlich ablehnende Position zu Beitrittsgesprächen. Soll sein. Also wenn ich mir anschaue, welches Wahlergebnis die Wiener Freiheitlichen bei der EU-Wahl erzielt haben, bei der sie sehr stark gegen die Türkei mobilisiert haben, dann muss man nicht darüber reden. Die hatten sechs Prozent, also das schlechteste Ergebnis. Deswegen ist auch Bürgermeister Häupl für Beitrittsverhandlungen, weil es in Wien sehr viele türkischstämmige Wähler gibt."

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