Aufholjagd in Afrika

Die EU will gegen die chinesische Konkurrenz ihre Vormachtstellung in Afrika sichern. Doch die Freihandelsverhandlungen stocken.

Chinesische Schriftzeichen verursachen Peter Mandelson Magenschmerzen. Mandelson, ein smarter Brite mit linker Vergangenheit, ist EU-Kommissar für Handel, und China kommt ihm dauernd in die Quere: Erst die Textilschwemme. Dann die dauernden Verletzungen von Patentrechten. Und nun Afrika.

Keine Baustelle, keine Mine und kein Ölfeld, wo nicht schon Chinesen seien, musste Mandelson bei seinem jüngsten Besuch in Ghana feststellen; kein Geschäft ohne chinesische Billigware; und vor allem keine Regierung, die nicht ein Angebot der Chinesen auf dem Tisch liegen habe.

Mandelson war eigentlich in Ghana, um die Freihandelsverhandlungen der EU mit den ehemaligen Kolonien in die Zielgerade zu bringen. Das Ziel sind „EPAs“ (Economic Partnership Agreements), die bis Ende des Jahres die alten, WTO-widrigen Verträge mit den Exkolonien ersetzen und Europas Vormachtstellung in Afrika ausbauen sollen. Doch der EU-Verhandler ist nicht nur mit Massendemonstrationen gegen die Wirtschaftsabkommen konfrontiert, sondern auch mit einem neuen Selbstbewusstsein seiner Partner: Seit China auf der Bildfläche erschienen ist, haben die Afrikaner eine Alternative zu den ehemaligen Kolonialstaaten. Und nun, wenige Wochen vor der von der WTO gesetzten Deadline, stecken die Verhandlungen fest.

Die EPAs sind Europas Antwort auf Chinas wirtschaftlichen Eroberungszug: Sie sollen die europäische Vormachtstellung sichern, und sie sind dringend. Afrikas Anteil am Welthandel beschränkt sich zwar auf magere drei bis vier Prozent, doch die sind strategisch bedeutend. Afrika liefert – bisher fast exklusiv kontrolliert von den ehemaligen Kolonialmächten – billig Rohstoffe wie Kaffee, Kakao, Baumwolle und Metall und nimmt aus Europa Fertigprodukte und Lebensmittel ab. Eine lokale Verarbeitungsindustrie konnte sich nie entwickeln, die Armut steigt stetig: Afrika galt in Europa bisher als der „verlorene Kontinent“, der gern mit einem bedauernden Achselzucken bedacht wurde. Bis die chinesische Konkurrenz auftauchte.

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