Auf Magna wartet noch eine harte Prüfung:
Scheitern des Opel-Deals wäre katastrophal

Magna ändert mit dem Opel-Einstieg das Geschäftsmodell und muss sich nun neue Strukturen verpassen. Die Sanierung von Opel wird hart. Ein Scheitern wäre katastrophal, nicht nur aus Prestigegründen.

Erst einmal haben die Opelaner neue Hoffnung geschöpft - und die ruhen auf Magna. Doch mit der Einigung auf eine Absichtserklärung für den Opel-Einstieg ist gerade ein erster Schritt getan. Bis zum Closing des Deals in rund zwei Monaten sind Hunderte Details abzuarbeiten.

Und ein Scheitern der Übernahme, gefolgt von einer Opel-Insolvenz, ist theoretisch noch immer möglich. Nach der Abspaltung des Autobauers von General Motors (GM) muss nun unter anderem die Übertragung der Marken- und Patentrechte geklärt werden. Und nach dem Closing fängt die Arbeit für Siegfried Wolf und den Magna-Haupteigentümer Frank Stronach erst so richtig an. Sie müssen ganz neue Strukturen für ihren Autozulieferkonzern schaffen, eine endgültige Lösung mit den russischen Partnern finden und Opel fi t für die Zukunft machen.

Neue Strukturen erforderlich
Eine der größten Herausforderungen für Stronach und Wolf: Sie müssen eine Struktur schaffen, welche die Kunden, die Magna beliefert, beruhigt. Etwa VW. Von dort kam bereits Kritik, dass der Zulieferer mit seinem Opel-Engagement in Interessenkonflikte gerate. Deshalb will Magna das Zuliefer- strikt vom (künftigen) Autogeschäft trennen. Ähnlich wie bei Banken, die zwischen der Kredit- und der Investmentabteilung so genannte „Chinese Walls“ eingezogen haben, darf kein Knowhow der Kunden an Opel fließen. „Dies wird nicht geschehen“, verspricht Wolf.

Stronach und Wolf wollen aber auch beweisen, dass sie eine Automarke führen können. Der Opel-Einstieg markiert auch eine grundlegende Änderung des Magna-Geschäftsmodells. 40 Prozent des Umsatzes kommen noch immer von den „Big Three“ der USA: GM, Chrysler und Ford. Aber die brechen nach der Reihe ein. Magna braucht eine neue Perspektive, um die Verluste zu kompensieren: einen Erfolg mit Opel, vor allem in Russland.

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