Auch junge Menschen von Teuerung betroffen

Seniorenvertreter fordern eine kräftigere Erhöhung der Pensionen, ist dieser Wunsch berechtigt?

Mit der demografischen Entwicklung wächst eine Gerechtigkeitslücke zwischen Jung und Alt: Wenn in einem durch ein Umlageverfahren organisierten Pensionssystem immer weniger jüngere Menschen den Lebensstandard von immer mehr älteren Menschen finanzieren müssen und wenn auf der anderen Seite aber immer mehr ältere Menschen über immer weniger jüngere Menschen entscheiden, dann können wir die damit verbundenen Herausforderungen nicht länger ignorieren – die gerechtigkeitspolitische Schieflage ist evident! Wenn nun vor diesem Hintergrund die Pensionistenvertreter eine kräftigere Erhöhung der Pensionen fordern, ist das ein Schlag ins Gesicht für uns Junge. Und wenn argumentiert wird, dass alles teurer wird und die Pensionisten verstärkt davon betroffen seien, so möchte ich klar festhalten: Auch Jugendliche sind von Teuerungen betroffen, und gerade junge Familien haben für ihre Kinder einen hohen Aufwand. Trotzdem gibt es keinen Jugend- oder Familienpreisindex.

Gerade junge Menschen in jener Lebensphase, in der existenzsichernde Investitionen zu tätigen sind (z. B. Ausbildung, Familiengründung, Wohnraumbeschaffung), haben oft zu wenig Geld, während das Einkommen in älteren Lebensphasen am höchsten ist, wo jedoch in deutlich geringerem Ausmaß derartige Investitionen zu tätigen sind. Ich bin davon überzeugt, dass das derzeitige System gut ist und funktioniert: Arbeitende Menschen bekommen die Inflation durch Kollektivvertragsverhandlungen abgegolten, Pensionisten durch Pensionserhöhungen; wie im Koalitionsübereinkommen vereinbart, sind gesetzlich 1,7 Prozent vorgesehen.

Daher erwarte ich mir auch von Sozialminister Buchinger ein Bekenntnis zum Regierungsübereinkommen! Selbst zahlreiche Experten halten Nachbesserungen für nicht nötig – im Gegenteil: Sie warnen vor einer neuen Großzügigkeit gegenüber den Pensionisten. Ich bin weiters der Meinung, dass es ein falsches Signal wäre, mit dem Argument der Wohlstandsbewahrung die Zukunft der Jungen kaputt machen zu wollen.

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