AUA-Streit: Ungeplanter Abflug

Ein Auftrag an eine private Securityfirma führte zum Zoff im Vorstand. Warum Marketingmann Burger geht und AUA-Chef Ötsch unter Druck geriet.

Die Wiener Neustädter Firma Bachler & Partners Crisis and Security Consulting GmbH hat prominente Eigentümer. Geschäftsführender Gesellschafter ist der frühere Cobra-Chef Wolfgang Bachler, 44. Beteiligt sind Exinnenminister Karl Schlögl, 52, und der ehemalige Kärntner Landeshauptmann Christof Zernatto, 58.

Bachler pflegte schon als Beamter gute Kontakte zur AUA. Die Cobra stellte die Air-Marshals – Sicherheitsleute, die als bewaffnete Begleiter bei heiklen Flügen etwa nach Tel Aviv an Bord waren. Die Einheit trainierte zudem für den Ernstfall in den Hangars der AUA.

Jetzt steht Bachler & Partners im Mittelpunkt eines Streits bei der AUA, der den gesamten Vorstand erschüttert. Marketingvorstand Josef Burger geht. AUA-Boss Alfred Ötsch, der sich derzeit auch mit Betriebsversammlungen der Piloten herumschlagen muss, ist unter Druck.

Die spannenden Details der Affäre: Bei einer AUA-Aufsichtsratssitzung im Juni wollte Bodenbetriebsratschef Alfred Junghans wissen, ob der AUA-Vorstand einen Auftrag an Bachler & Partners vergeben hatte und welchen Inhaltes dieser wäre.

Denn in der Firmenzentrale kursieren seit April Gerüchte, dass Betriebsräte, Aufsichtsräte und hochrangige Manager bespitzelt würden. Dies, nachdem Ötsch mehrfach über Lücken in den Informationskreisläufen geklagt hatte. Auslöser dafür war ein Bericht von FORMAT, in dem für die AUA ungünstige Details aus einem Vertrag der Fluglinie mit ihrem Caterer Do&Co genannt wurden.

In der Aufsichtsratssitzung reagierte AUA-Chef Alfred Ötsch verhalten. Er bestätigte den Auftrag, erklärte ihn aber zur Geheimsache. Womit der Eklat perfekt war. Weder Junghans noch Marketingvorstand Burger gaben sich zufrieden. Laut Aufsichtsratsprotokoll schwieg Burger zwar während der Sitzung zu diesem Thema. Doch hinterher wandte er sich laut FORMAT vorliegenden Informationen zornig an den AUA-Aufsichtsratspräsidenten Peter Michaelis. Er habe von dem Auftrag nichts gewusst, klagte Burger. Woraus er auch den Schluss zog, dass er womöglich selbst bespitzelt worden sei.

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