AUA-Bordbetriebsrats-Chef Hable im
FORMAT-Interview: "Kein Streik geplant"

In einem Exklusiv-Interview für die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins FORMAT erklärt der AUA-Bordbetriebsrats-Chef Wolfgang Hable, dass kein Arbeitskampf geplant sei. "Ich bin kein Vertreter der größten Gewalt, sondern einer des besten Argumentes", so Hable gegenüber dem Magazin. Zu einem "Machtkampf" mit AUA-Chef Alfred Ötsch sagte Hable, dass er Ötsch nicht als Mensch, sondern als Vorstandsvorsitzenden der AUA kritisiere. Hable: "Ich habe mit Ötsch kein Problem. Er hat allerdings die falschen Einflüsterer, die schon in der Vergangenheit den Konflikt zwischen dem Management und den Piloten geschürt haben."

Über den Vorwurf, die Piloten würden mit ihrem Widerstand gegen Sparmaßnahmen beim Personal die anstehende Kapitalerhöhung gefährden, sagte Hable: "Es hat mich gewundert, dass Ötsch ausgerechnet in dieser Phase einen Konflikt mit dem Personal vom Zaun bricht. Wir stehen zur Kapitalerhöhung. Wir nehmen es trotzdem nicht schweigend hin, wenn offensichtliche Fehler gemacht werden."

Hable übt in der Sache weiter harte Kritik am Management: "Auf Vollbeschäftigungen herunter gerechnet kosten AUA-Mitarbeiter 59.200 Euro pro Jahr, Swiss-Mitarbeiter 70.600. Wir haben also kein Kosten-Problem, sondern ein Auslastungsproblem, das aus Management-Fehlern resultiert. Wir bauen erst jetzt mehr Business-Class-Sitze ein, und zwar solche, die die Lufthansa schon wieder ausbaut. Wir haben acht Flotten, während die Swiss nur drei hat. Da hätte längst gehandelt werden müssen. Und dann die schweren Fehler beim Kerosin-Hedging. Hätte das Managment zeitgerecht gehandelt, hätten wir 2004 achtzig Millionen Euro gespart und heuer sogar 300."

Wie FORMAT weiter berichtet, ist der bisherige Knackpunkt bei den Verhandlungen zwischen Management und Piloten bereits vom Tisch: Die drei Fokker 70 der AUA sollten zur Tyrolean (Austrian Arrows) wechseln, wo das fliegende Personal schlechtere Kollektivverträge vorgefunden hätten. Deshalb waren die Gespräche geplatzt. Nun werden die Fokker-Flotten zwar zusammen gelegt, Piloten und Flugbegleiter bleiben aber bei der AUA, weshalb sich für sie nichts ändert.

Verhandlungen laufen laut FORMAT noch über die Zukunft von 132 Flugbegleiterinnen, deren befristete Verträge jetzt nicht verlängert werden sollen. Laut FORMAT wird an einer Lösung gearbeitet, in deren Rahmen die betroffenen AUA-Mitarbeiter, ihr Einverständnis vorausgesetzt, zur Tyrolean wechseln oder am Boden eingesetzt werden sollen.

Nach Meinung der Belegschaftsvertreter dürfte indes bei den Piloten zu keinen Kündigungen kommen, schreibt FORMAT. Laut dem Magazin seien die ursprünglich vom Management genannten zahlen falsch berechnet gewesen. Zudem hätten bereits zahlreiche Piloten Abwerbungsangebote in der Tasche, und seien bereit, bei entsprechender Abfertigung zu gehen. Dazu Hable: "Europa steuert auf einen Pilotenmangel zu. Es ist zu befürchten, dass es bei der AUA-Belegschaft nun zu einer Erosion kommt."

Die gesamte Story finden Sie im aktuellen FORMAT!

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