Aspern als Gewinner des Pokers um Opel:
Dreihundert zusätzliche Jobs sind in Planung

Österreich ist das einzige Opel-Land, in dem Magna für mehr Arbeitsplätze sorgen will.

Während viele Opel-Länder einen personellen Kahlschlag hinnehmen müssen, soll das Österreich-Werk in Aspern aufgewertet werden. Laut einem Magna-Manager wird die Zahl der Beschäftigten schon 2010 von 1.500 auf 1.800 angehoben. Derzeit werden in Aspern eine Million „Motoren und Getriebe“ hergestellt, bis 2014 sind 1,79 Millionen Teile geplant. Damit würde die Auslastung von 54 auf 97 Prozent steigen. Offiziell will sich Magna zu den Österreich-Plänen nicht äußern.

Widerstand programmiert
Magnas mediale Zurückhaltung ist verständlich. Denn die Österreich-Pläne werden in den restlichen Opel-Ländern, also in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Spanien und Polen, für viel Unmut sorgen. 10.560 Jobs werden laut dem FORMAT vorliegenden Magna-Businessplan für Opel abgebaut. 4.500 Mitarbeiter müssen allein in Deutschland gehen, rund 2.300 in Belgien (das Werk in Antwerpen wird geschlossen), knapp 1.700 in Saragossa (Spanien). Der Rest verteilt sich in gleichen Teilen auf Großbritannien und Polen. Die Bevorzugung Österreichs geht vor allem zulasten von Deutschland, wo Kapazitäten aus Kaiserslautern und Rüsselsheim abgezogen werden.

Gegenleistung erwartet
Im Gegenzug will Magna, dass sich Österreich an den Staatshaftungen für die Opel-Sanierung beteiligt. Bundeskanzler Werner Faymann und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner haben schon prinzipielle Zustimmung signalisiert. Nach derzeitigem Stand soll Österreich rund 160 Millionen Euro an Haftungen zur Rettung Opels übernehmen. Insgesamt braucht Magna 4,6 Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung.

Von Silvia Jelincic

Lesen Sie im FORMAT 38/09 über Magnas Pläne!

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