„Arbeiten bis 70“ ist kein tauglicher Beitrag

Wie sicher sind die staatlichen Pensionen? In Deutschland wurde jüngst das Pensionsalter auf 67 erhöht. Folgt Österreich dem Beispiel?

Es ist an der Zeit, ein zukunftstaugliches, gerechtes, sicheres Pensionssystem aufzubauen. Plakative Einzelmaßnahmen und kontraproduktive Belastungs- und Bestrafungsaktionen helfen dabei wenig. Was soll eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf siebzig Jahre bringen? Sie würde einerseits die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze weiter verknappen, andererseits zahlreiche Menschen, die bereits Jahrzehnte gearbeitet haben, vor ihrem Ruhestand noch in die Arbeitslosigkeit drängen. Lösungen sehen anders aus! Die Rahmenbedingungen für Arbeit haben sich gerade in den letzten Jahren massiv geändert. Immer weniger Menschen sind in ihrem Leben durchgängig beschäftigt. Immer mehr Menschen werden immer öfter arbeitslos. Eine immer stärker anwachsende Zahl – gerade in meiner Generation – muss in atypischen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, d. h. das Risiko von Selbständigen tragen, ohne deren wirtschaftliche Chancen zu erhalten. Traurige Konsequenz ist ein frappantes Ansteigen der so genannten „working poor“.

Meine Generation ist nach langer Zeit die erste, der im Vergleich zu ihrer jeweiligen Elterngeneration Verschlechterungen drohen. Dieses Szenario muss durch vernünftige und nachhaltige Lösungen verhindert werden. „Arbeiten bis 70“ und das Herbeireden eines Generationskonflikts sind keine tauglichen Beiträge. Die Perspektiven für die Jungen von heute müssen neben einer chancensichernden Aus- und Weiterbildung und einer gerechten und damit langfristig wachstumsfördernden Beteiligung am allgemeinen Wohlstand auch faire Pensionsmodelle beinhalten.

Ein faires Pensionsmodell schließt möglichst viele Menschen ein, nicht aus. Es geht um die gerechte und solidarische Verteilung von Lasten und um eine faire Bewertung von Leistungen, zu denen u. a. auch die Kindererziehung zählt. Ein faires Pensionsmodell mündet nicht in einen Generationskonflikt, sondern in gemeinsam erarbeitete Lösungen für sichere, gerecht finanzierte Pensionen.

Karrieren

Zum Traumjob: Planung der Karriere in 6 Schritten

Austria-Präsident Hensel: "Von Red Bull Salzburg kann man viel lernen"

Wirtschaft

Austria-Präsident Hensel: "Von Red Bull Salzburg kann man viel lernen"

Standpunkte

Staatsziel Wirtschaft: bitte rasch umsetzen!