Appelle allein sind nicht genug – Fliegen muss teurer werden

Der Vorschlag von Minister Josef Pröll hat einen ernsten Hintergrund. Der CO2-Ausstoß soll verringert werden, aber wie?

Der Klimawandel ist spürbar. Auch in der Reaktion der Menschen. Hat viele noch vor wenigen Jahren das Ozonloch oder das Abschmelzen der Polkappen nicht betroffen, ist es heute anders. Die Menschen sehen ein, dass es von ihrem Handeln abhängt, wie sich ihre Welt und Umwelt entwickelt. So mancher verzichtet aufs Auto, kauft regionale Produkte, spart Energie. Häuslbauer setzen auf Passivbauweise; an jedem Stammtisch kann man sich „Erdwärme“ erklären lassen.

Appelle wie der von Umweltminister Pröll, auf Fernreisen per Flugzeug zu verzichten, werte ich daher als „aktionistisch“. Der ÖVP-Politiker sollte nicht den Schwarzen Peter der Bevölkerung zuschieben – Motto: Wenn ihr euch nicht zusammenreißt, ist unser Klima hin! Natürlich: Jede Flugreise, die vermieden werden kann, ist eine gute Flugreise und tut unserer Umwelt gut. Aber Aufrufe allein werden nicht helfen.

Der Massentourismus ist Gift fürs Klima: Thailand, Domrep, Türkei – zwei Wochen um ein Spottgeld, Flug inklusive. Der Kurzurlaub ist Gift fürs Klima: Solange man um 30 Euro in Europa herumjetten kann, wird es genutzt werden. Businessvielflieger sind Gift fürs Klima: Solange Dienstflüge zur Gänze von der Steuer abschreibbar sind, werden ManagerInnen täglich zum internationalen Meeting abheben.

Fliegen muss einfach teurer werden. Die Kerosinsteuer ist hier international ein Weg. National müssen die Privilegien für den Flugverkehr aufhören. Airports zahlen hierzulande keine Grundsteuer, Flugtickets sind von der Mehrwertsteuer befreit. Diese Bevorzugung muss ein Ende haben. Darüber hinaus hätte ein zusätzlicher Fixbetrag auf jedes Ticket – ich denke an bis zu 50 Euro – einen ebensolchen Lenkungseffekt. Zumindest im näheren Umfeld könnte die umweltschonende Bahn eine echte Alternative bieten. Bei entsprechender Nachfrage könnte sich deren Komfort ja vielleicht auch noch verbessern. Das wirkungsvollste Mittel, entgegenzusteuern, wird also nicht der Appell sein. Der ruft bestenfalls ein schlechtes Gewissen hervor. Geflogen wird trotzdem.

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