Antikorruption als Weltbank-Bestandteil

„Ein Korruptionsermittler wird in keiner Organisation einen Popularitätspreis gewinnen.“

Der ehemalige Weltbankpräsident James D. Wolfensohn bezeichnete Korruption als „unerträglichen Krebs“ und machte deren Bekämpfung zum zentralen Bestandteil der Weltbankpolitik. Die gegenwärtig gültige Strategie der Weltbank stützt sich auf den Aufbau von fähigen, transparenten und verantwortlichen Institutionen in den betroffenen Entwicklungsländern, den Ausbau von globalen Partnerschaften zur Bekämpfung von Korruption zum Beispiel mit der OECD und – gewissermaßen – das „Kehren vor der eigenen Haustür“. Seit dem Jahr 2001 besitzt die Weltbank ihre eigene Antikorruptionseinheit („Department for Institutional Integrity“), um Korruptionsvorwürfen in bank­finanzierten Projekten nachzugehen. Ein unabhängiges Panel unter dem Vorsitz von Paul Volcker, dem ehemaligen US-Fed-Chairman, hat im Jahr 2007 eine Bewertung der internen Überwachungsmaßnahmen der Weltbank durchgeführt und Empfehlungen für eine Reform ausgesprochen. Besondere Bedeutung wird einem koordinierten Vorgehen zugesprochen: Antikorruption ist nicht allein mit der Beauftragung einer Einheit abgetan, sondern muss ein von allen Führungsebenen getragener Kulturbestandteil einer Organisation sein.

Klare Verantwortlichkeiten, Hierarchielinien und vor allem die Unabhängigkeit der Überwachungsfunktion sind entscheidend. Ein Antikorruptionsermittler wird in keiner Organisation einen Popularitätspreis gewinnen. Es ist aber wichtig, dass Ermittler intern nicht von vornherein als „Gegner“ betrachtet werden. Ausreichende „Fairness“ muss durch eine Balance zwischen notwendiger Vertraulichkeit von Ermittlungen und der Information der betroffenen Personen und Einheiten gefunden werden. Besondere Bedeutung hat gegenüber der „Ex post“-Verfol­gung von Korruption aber auch die Prävention. Von Korruption potenziell betroffene Einheiten, etwa im Bereich Infrastruktur, benötigen rechtzeitig entsprechende Beratung, um Projekte „corruption proof“, korruptionssicher, zu machen. Freilich soll diese beratende Stelle dann nicht später für eventuelle Ermittlungsmaßnahmen zuständig sein.

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