Anleihen durchbrechen 5%-Schallmauer

Bei Kurs unter 100 ist der Kursgewinn von der KESt befreit.

Der Euribor-Zinssatz ist die Messlatte für die Zinsen, die sich die Banken untereinander für kurzfristige Ausleihungen zahlen. Derzeit liegt der 3-Monats-Euribor wegen der globalen Finanzkrise und der daraus folgenden chronischen Liquiditätsengpässe bei 4,96 Prozent. Für Sparer ist dieser Satz normalerweise unerreichbar, da die Banken ja auch noch etwas verdienen wollen. Wer allerdings jetzt Bankanleihen kauft, bekommt vielerorts sogar fünf Prozent und mehr – und das bei grundsoliden Instituten.

5,4 Prozent variable Zinsen. So hat die Raiffeisen Zentralbank (RZB)
eine variabel verzinste Anleihe (ISIN AT000B010798), die während der dreijährigen Laufzeit eine Verzinsung von 0,45 Prozentpunkten über dem ­jeweiligen 3-Monats-Euribor bietet. Aktuell ergibt sich also eine Verzinsung von rund 5,4 Prozent. Die ­fünfjährige variable RZB-Anleihe (AT000B01715) zahlt mit 0,5 Prozentpunkten Aufschlag auf den Euribor sogar noch etwas mehr.

Wer fixe Zinsen bevorzugt, bekommt bei der fünfjährigen RZB-Sommer­anleihe (AT000B010830) einen ­Mindestkupon von 5,2 Prozent. Bei der schon im Jänner 2010 endenden Fixzinsobligation der RLB NÖ-Wien (AT000B075510) gibt es fix 5,25 Prozent. Neben diesen neuen Angeboten gibt es auch schon länger laufende Papiere am Sekundärmarkt, die oft deutlich unter dem Tilgungskurs 100 liegen. Ihr Vorteil: Die Differenz zwischen aktuellem Preis und Tilgungskurs ist KESt-frei, so dass sich sehr attraktive Nettorenditen ergeben. Da jede Bank andere Anleihen im Angebot hat, lohnt sich eine individuelle Nachfrage.

Onlinebroker wie die direktanlage.at oder die bankdirekt.at veröffentlichen auf ihren Internetseiten eine Auswahl von Papieren, die man zum Fixkurs erwerben kann. Bei der direktanlage.at gibt es eine 3,15-Prozent-Anleihe
der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank mit einem AAA-Rating,
die mit einem Kurs von 93,40 ohne zusätzliche Gebühren verkauft wird.
Bei einer Bruttorendite von 4,92 Prozent wirft sie bis Oktober 2012 netto 4,10 Prozent nach KESt ab (DE0001196293). Die bankdirekt.at offeriert die 3,75-Prozent-Anleihe der Investkredit mit Laufzeit bis März 2011 zum Kurs von 96,50 (plus 0,2 Prozent Gebühr). Das entspricht einer Rendite von 5,17 Prozent vor, beziehungsweise 4,21 Prozent nach KESt (XS0189191173). Im Gegensatz zu Sparbüchern gibt es bei Bankanleihen keine spezielle Einlagensicherung. Deshalb sollte man nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern auch die Bonität der Bank mit berücksichtigen. Besondere Vorsicht ist übrigens geboten, falls bei einer Anleihe der Begriff „nachrangig“ steht. Solche nachrangigen Anleihen werden erst nach allen anderen Schulden bedient. Deshalb ist im Insolvenzfall ein Totalverlust nicht völlig auszuschließen.

Peter Pelinka

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