Angst vor der Angst

Jeder zehnte Österreicher leidet an Angststörungen. Vor allem die Flugangst ist in Zeiten der Mobilität ein ernst zu nehmendes Problem. FORMAT zeigt, wie man erfolgreich dagegen vorgehen kann.

Adrian Monk, Protagonist der gleichnamigen Krimiserie, ist der Inbegriff eines Phobikers: Flugzeuge, Aufzüge, Spinnen oder Höhen bereiten ihm so großes Unbehagen, dass er nach Möglichkeit fluchtartig das Weite sucht. Das Weglaufen vor bestimmten Situationen und Objekten ist nicht immer von Erfolg gekrönt: in Zeiten erhöhter Mobilität kann besonders die Angst vor dem Fliegen (Aviaphobie) eine Beeinträchtigung im Berufsleben darstellen. „Jahrzehntelang habe ich versucht, auf andere Transportmittel umzusteigen“, verrät etwa Brigitte Ederer, Siemens-Generaldirektorin. „Wenn ich aus Zeitgründen doch fliegen musste, litt ich bereits Tage davor.“ Die Managerin ist mit ihrer Angst nicht allein. Nach Angaben der AUA fühlt sich rund ein Viertel der Passagiere „unwohl“. Auch der schrullige Privatdetektiv Monk stellt keine Ausnahme dar: „Jeder zehnte Österreicher leidet an krankhaften Ängsten“, erklärt Hans Morschitzky, klinischer Psychologe.

Warum die „gesunde“ Angst, die uns als Frühwarnsystem eine drohende Gefahr signalisiert, manchmal zur Krankheit mutiert, ist in der Wissenschaft noch umstritten. „An der Entstehung können sowohl der genetische Code als auch das Umfeld beteiligt sein“, erklärt Sabine Sommerhuber, Psychotherapeutin am Institut für Systemische Therapie.

Bei Menschen mit biologischer oder psychologischer Vorbelastung genügt oft schon ein vermeintlich harmloser Auslöser, um eine Angstreaktion hervorzurufen. Wird gegen diese Angst nichts unternommen, kann die Furcht vor der nächsten Angstattacke so groß werden, dass der Betroffene mit einem Vermeidungsverhalten reagiert. „Das beruht häufig darauf, dass man den Angst einflößenden Situationen – sei es ein Flug oder ein Ort – nicht nur deshalb ausweicht, weil man sich davor fürchtet, sondern auch, weil einem die körperlichen Zustände extrem unangenehm sind“, so Morschitzky.

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