Androsch verteidigt die MwSt-Senkung:
Konjunkturpaket gegen Arbeitslosigkeit

Hannes Androsch, Industrieller und wirtschaftspolitischer Berater von SP-Chef Werner Faymann, verteidigt dessen Vorschlag zur Halbierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. "Es hat keinen Sinn , diese Maßnahme allein zu kritisieren - sie muss Teil eines umfassenden Konjunkturpaketes sein, dann ist sie auch sinnvoll."

Androsch schlägt vor, parallel zur Mehrwertsteuersenkung mit den Lebensmittelketten Vereinbarungen zu treffen, damit die Reduktion weitergegeben wird, und mit den Ländern und Gemeinden zu vereinbaren, dass sie ihre Gebühren senken und ihren Einfluss auf die E-Wirtschaft geltend machen. Diese Maßnahmen zur Teuerungsbekämpfung würden dien Konsum stärken und ermöglichen, sich mit den Sozialpartnern im Herbst auf eine moderate Lohnrunde zu einigen und so zu verhindern, dass zu hohe Lohnabschlüsse im Zweitrundeneffekt die Inflation erst recht anheizen.

"Wer die Mehrwertsteuersenkung sozial nicht treffsicher nennt, könnte das schon jetzt kritisieren und den reduzierten Satz auf Lebensmittel auf die üblichen 20 Prozent verdoppeln", richtet Androsch in FORMAT seinen Kritikern aus. Die Frage nach der Finanzierung stelle sich nicht akut: "Steigt die Arbeitslosigkeit, dann zahlt der Finanzminister noch viel mehr drauf. Er hat sechs Milliarden Euro allein aus der kalten Progression lukriert. Es ist höchste Zeit, davon etwas zurückzugeben."

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