Alle wollen BMW

Während Mercedes, VW und Opel unter der Autokonjunktur leiden, läuft das Geschäft für BMW besser als je zuvor in der 75-jährigen Geschichte des Konzerns.

Das hat Karl Bachernegg, BMW-Markenleiter beim Grazer Autohaus Gady, noch nie erlebt: Ein Kunde bestellt ein neues Auto, ohne es auch nur einmal gesehen zu haben. Das Objekt der Begierde: der neue 1er-BMW, der erst am 18. September auf den Markt kommt. „So leicht habe ich noch nie ein Auto verkauft“, freut sich Bachernegg.

Sechs Wochen vor Marktstart des Einsers sind bereits mehr als 10.000 Bestellungen für den neuen Kompakten in München eingelangt, davon rund 400 aus Österreich. Das ist schon die Hälfte des Österreich zugeteilten Kontingents.
Weltweit ist BMW dank derartiger neuer Modelle ein Lichtblick in der düsteren Autokonjunktur. Während die deutschen Konkurrenten Mercedes, Volkswagen und Opel unter der Marktflaute ächzen und schmerzhafte Sparprogramme fahren, feiern die Bayern einen Erfolg nach den anderen. Im ersten Halbjahr erreichte BMW-Chef Helmut Panke mit 590.983 verkauften Autos einen neuen Rekord in der 75-jährigen BMW-Geschichte. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 11,91 Milliarden Euro. Die Mitarbeiter kommen mit der Produktion nicht nach, und Panke lässt eine Jubelmeldung nach der anderen los: „Ich bin zuversichtlich, dass wir heuer sowohl bei der Zahl der verkauften Autos als auch bei Umsatz und Gewinn das beste Konzernergebnis seit Konzerngründung erreichen.“

Die guten Nachrichten aus der BMW-Zentrale lassen die Branche neidvoll erblassen: Die 77.000 Beschäftigten der BMW AG in Deutschland sackten Ende Juli die höchste je ausbezahlte Erfolgsprämie ein. Mehr als 150 Prozent ihres Bruttogehalts machte sie aus. Wer 3.000 Euro verdient, bekam 7.600 Euro zusätzlich.

Dafür mussten sie schuften bis zum Umfallen. Während DaimlerChrysler (Mercedes), Opel und Volkswagen wegen Käufermangels auf Kurzarbeit umstellen oder die Sommerpause verlängern mussten, strich Panke aufgrund voller Auftragsbücher die Werksferien. Tausend neue Arbeitsplätze hat BMW seit Jahresbeginn geschaffen, und das mit Kalkül: Dank flexibler Arbeitszeitregelungen – derzeit gibt es konzernweit 300 verschiedene Arbeitsplatzmodelle – kann BMW schnell auf Nachfrageveränderungen reagieren. In Graz, wo Magna Steyr den X3 fertigt, musste die Kapazität um ein Drittel auf 400 Stück täglich gesteigert werden.

Zum Star des Hauses BMW entwickelt sich der Mini. Mit weltweit 95.168 verkauften Stück erreichte der Konzern bei der Produktion im englischen Oxford auch fast die Kapazitätsgrenze. Einziges Sorgenkind bleibt die Nobelmarke Rolls-Royce. Der neue Phantom hat sich bisher nur 319-mal verkauft, bei tausend Stück Planung für 2004.

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