Abzug der Deutschen

In Kürze gibt es neben Spar wieder eine zweite Lebensmittelkette in österreichischer Hand: Die Adeg-Genossenschaft kauft die Mehrheit von der Edeka Südbayern zurück.

Die Übersiedlung des Verwaltungsapparates der traditionsreichen Lebensmittelkette Adeg von Salzburg Bergheim nach Ingolstadt infolge der Mehrheitsübernahme durch die deutsche Edeka vor drei Jahren war keine Kleinigkeit. Bei dem damit verbundenen Abbau von Mitarbeitern und dem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Handelskulturen flossen Blut, Schweiß und Tränen – vor allem als das Machtzentrum jeder Handelsfirma, der Einkauf, nach Südbayern abwanderte.
Jetzt heißt die Devise: Alles wieder zurück. Denn der deutsche Marktführer Edeka mit Sitz in Hamburg, der über seine Tochter Edeka Südbayern 37,5 Prozent an der Adeg AG hält, will sich künftig auf den Heimmarkt konzentrieren und hat deshalb in den vergangenen Monaten zunehmend das Interesse an ihrer schwer defizitären Österreich-Beteiligung (Jahresumsatz 2005: 776,3 Millionen Euro) verloren. FORMAT berichtete exklusiv.

Dementierten die Deutschen ihre Abzugspläne anfangs noch vehement, ist es jetzt fix: Demnächst wird es neben Spar wieder eine zweite große Handelskette in mehrheitlich österreichischem Besitz geben.
Die österreichische Adeg-Genossenschaft, die derzeit 25 Prozent an der Adeg AG hält, hat die Vorbereitungen für den Aktienrückkauf bereits abgeschlossen. Einen Teil der Kaufsumme bringt sie über eine Kapitalerhöhung auf, die von den umsatzstärkeren Adeg-Kaufleuten gezeichnet wird. Ihnen wurden im Gegenzug „Gewinnsteigerungen durch Weitergabe von Rationalisierungserfolgen“ in Aussicht gestellt. Bei mangelnder Liquidität haben sie für die Bezahlung der Forderung fünf Jahre Zeit. Der größere Brocken wird über Fremdkapital finanziert.
Tenor bei den Verhandlungen zwischen den Bayern und den Österreichern: Es soll eine Trennung im Guten werden, die Deutschen wollen aber ihren eigenen Kaufpreis samt Investments zurück.

Aufsichtsratschef Hans-Georg Maier hat bereits den Hut genommen. Der von der Edeka Südbayern gestellte bisherige Chefstratege, der die alteingesessenen Kaufleute mit preußischem Auftritt und deutschem Sortiment provoziert hatte, machte dem Adeg-Urgestein Herbert Hubmann, 61, Platz. Hubmann, Adeg-Kaufmann in Zell am See, ist seit drei Jahrzehnten Funktionär der österreichischen Adeg-Genossenschaft.
Der noch ausständige formale Beschluss über die Transaktion soll bei einer Gesellschafterversammlung der Edeka Südbayern am 19. September in Ingolstadt fallen. Danach halten die Österreicher 62,5 Prozent an der Kette, der Rest bleibt bei der Edeka Chiemgau, einer vom Edeka-Konzern unabhängigen Genossenschaft.

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