Abflug ins Blaue

Wie sich der Siemens-Vorstand Alfred Ötsch an die Spitze der Austrian manövriert hat. Und welchen Kurs die angeschlagene Airline unter dem neuen Boss nehmen wird.

Gut vorbereitet und mit ihrem verbindlichsten Lächeln auf den Lippen traten vergangenen Montag drei Spitzenleute aus der internationalen Airline-Szene zum Hearing für die Bestellung des Nachfolgers von Vagn Sørensen als AUA-Boss an. Jaan Albrecht von der Star Alliance, Wolfgang Prock-Schauer von der indischen Jet Airways und Ralf Teckentrup, Sanierer der Ferienfluglinie Condor, bemühten sich umsonst. Denn zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass ein anderer Chefpilot des krisengeschüttelten österreichischen Homecarriers werden würde: Alfred Ötsch, 51, wechselt von Siemens, wo er zuletzt als Vorstand für das Osteuropa-Geschäft zuständig war, in die AUA-Zentrale.

Ötsch hätte bei Siemens einen sicheren und guten Job gehabt. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler mit Hang zu Finanzen und Technik galt nach 27 Jahren im Unternehmen als eingefleischter Siemensianer und hatte in der eben erst angetretenen Siemens-Chefin Brigitte Ederer eine Vorgesetzte, die ihn überaus schätzt: „Alfred Ötsch hat mich bei meinem eigenen Eintritt in den Konzern mit offenen Armen empfangen, das rechne ich ihm hoch an. Und er ist ein Manager von internationalem Format“, schwärmt sie über ihn.

Doch Ötsch hatte persönliche Gründe, sich das Himmelfahrtskommando bei der AUA, um die nach desaströsen Bilanzen eine Strategiedebatte schwelt, anzutun. Der Mann hat einen gewissen Hang zu Extremen, den er nun, in seinen Fünfzigern, nicht mehr nur privat ausleben will. Seit seiner Jugend liebt er riskante Berg- und Skitouren und brachte es in seinen Studentenjahren gar zum zweifachen niederösterreichischen Landesmeister im Riesentorlauf. Ein Sportskamerad von damals, der heutige Generali-Immobilien-Vorstand Klaus Edelhauser, meint: „Ötsch ist extrem ehrgeizig.“

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