70 Millionen für den ÖGB

Die Bawag schüttet 70 Mio. Euro Sonderdividende an ihren Alleineigentümer ÖGB aus. Der braucht das Geld zur Kreditrückzahlung – und zur Sanierung der eigenen Finanzen.

Johann Zwettler erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits freut sich der Generaldirektor der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) über das hervorragende Vorjahresgeschäft mit Kundenzuwachs, Gewinnplus und aufsehenerregenden Deals (siehe Kasten). Andererseits ärgert sich der 63-jährige Chef der drittgrößten Bankengruppe des Landes (Bilanzsumme: 51 Milliarden Euro, 6.300 Mitarbeiter) über die teuren Extrawürste für seinen Alleineigentümer ÖGB.

Denn der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) greift laut FORMAT exklusiv vorliegenden Informationen tief in die Kasse der Gewerkschaftsbank: Auf der Bawag-Hauptversammlung am Freitag kommender Woche soll die Auszahlung einer Sonderdividende in Höhe von rund 70 Millionen Euro an den ÖGB beschlossen werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden insgesamt nur 15 Millionen Euro an die beiden Bawag-Großaktionäre ÖGB und Bayerische Landesbank (BayernLB) ausgezahlt.

Die Hauptgründe für die Millionenüberweisung: Der ÖGB braucht das Geld für die Rückzahlung eines BayernLB-Kredits und zur Sanierung der eigenen Bilanz. Der oberste Tourismusgewerkschafter und Bawag-Vizepräsident Rudolf Kaske bestätigt die Millionenshow gegenüber FORMAT: „Die Bawag wird auch nach Auszahlung der Sonderdividende bestens aufgestellt sein. Über die Zukunft unserer Bank muss sich keiner Sorgen machen.“

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