50 Sichere Investments: Wie Sie jetzt trotz großer Börsenkrise gutes Geld verdienen

In turbulenten Zeiten ist es entscheidend, die richtigen Anlageprodukte zu wählen. FORMAT zeigt 50 Investments, die ihr Geld auch wirklich wert sind.

Kaufen, wenn die Kanonen donnern“, lautet das b­e­währ­te Kommando unter Börsianern immer dann, wenn Aktien nach Kursstürzen gerade billig zu haben sind. Und im Vergleich zu Juli 2007, als die Börsenwelt noch heil erschien, sind Aktien derzeit wirklich billig – ja, so günstig wie schon lange nicht. So ist etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Wiener ATX-Titel auf 10,4 gesunken und damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 2000. Und auch an den wichtigsten Weltbörsen sind Dividendenwerte nach dem Kurssturz jetzt wohlfeil bewertet.

„Derzeit bringen ATX-Aktien 5,6 Prozent mehr Ertrag als Staatsanleihen. Einen solch enormen Risikoabschlag gab es nicht einmal zu Beginn des Irakkriegs oder nach dem Terroranschlag in New York vom 11. September 2001. Das deutet klar auf Panik hin“, kommentiert Erste-Bank-Analyst Christoph Schultes den Ausverkauf von Aktien. Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass die Ängste kurzfris­tig eskalieren, auch weitere Verluste von zehn oder gar 15 Prozent sind nicht auszuschließen. Früher oder später wird sich aber wieder Beruhigung einstellen. Peter Oppenheimer, Chefstratege der US-Investmentbank Goldman Sachs, ist überzeugt, dass die Aussichten für Ak­tien auf Jahressicht voll intakt sind: „Ich rechne damit, dass europäische Titel in den nächsten zwölf Monaten um elf Prozent zulegen werden, im Energiesektor ist sogar ein Plus von 20 Prozent möglich“.

Deshalb hat FORMAT 50 Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, Ihr Geld jetzt sicher und doch lukrativ zu investieren, und die Gewähr bieten, dass der innere Wert auf jeden Fall attraktiv ist. An Möglichkeiten herrscht dabei kein Mangel: Neben zehn Aktien, die wegen ihrer günstigen Bewertung oder ihrer hohen Dividendenrendite ihr Geld wert sind, bieten die besten 15 Fondssparpläne, die zehn Top-Zinssätze am Sparbuch, jeweils fünf Anlageprodukte mit Garantie und aus dem Bereich der Alternative Investments sowie fünf Vehikel, die sich als Joker für Ihr Depot eignen, eine Fülle an Produkten. Wer vorerst auf der sicheren Seite bleiben möchte, kann sich nach wie vor an den hohen Sparzinsen, die für täglich fällige Einlagen geboten werden, schadlos halten. So schreibt etwa die Volksbank Kufstein auf ihrem Online-Konto unter Livebank.at bereits ab einer Einlage von zehn Euro 4,28 Prozent Zinsen gut. Bei dem Online-Sparen des Versicherungsriesen Allianz gibt es ab dem ersten Euro bei Allianz Top Cash vier Prozent Zinsen.

Auf der Seite von Einzelaktien sticht derzeit das von der Börse im Abwärtssog der heimischen Immo-Aktien schwer abgestrafte Papier der CA Immo International hervor. Roman Herzog, Aktienanalyst der Raiffeisen Centrobank: „Von der Struktur her ist die Aktie der Top-Pick unter den Immo-Papieren. Zusätzlich ist das Portfolio der Immobilienentwicklungen breit.“ Dazu kommt, dass die Aktie mit einem für 2008 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von sechs bereits sehr billig ist und weit unter dem Buchwert notiert.

Die Dividende feiert in unruhigen Börsenphasen eine Renaissance. Ähnlich wie die günstige Bewertung einer Aktie interessiert in unsicheren Börsenzeiten immer wieder die Höhe der ausgeschütteten Dividenden. Defensive Papiere von Versorgern wie die des deutschen Konzerns E.On oder des italienischen Energieriesen Eni, der sogar sechs Prozent Dividendenrendite erreicht, rangieren auch bei Fondsmanagern auf der Beliebtheitsskala weit oben. Regina Parhammer, Fondsmanagerin des ausschüttungsorientierten Volksbank-Dividend-Invest: „Gro­ße, reife Unternehmen können es sich ­leisten, hohe Dividenden zu zahlen. Das bildet einen Risikopuffer, wenn sich die Kurse einmal schlechter entwickeln.“ Relativ begrenzt ist das Risiko auch bei der Aktie des französischen Luxusartikelherstellers LVMH, der den Reichen und Schönen dieser Erde Produkte von Louis Vuitton, Edelkleidung von Dior, Uhren von Tag Heuer oder Hochpreischam­pagner schmackhaft macht. Und dies gelingt selbst in einer Börsenkrise gut, denn die Luxusgüterschmiede konnte kürzlich ein Rekordergebnis bekanntgeben: Im Vorjahr stieg der Gewinn auf 3,6 Milliarden Euro. Ähnliches gilt für die Wiener Städtische Versicherung, die nach dem Rekordergebnis 2007 bereits weitere Steigerungen anvisiert.

Ein weiters probates Mittel, even­tuellen Kursrückschlägen an den Aktienmärkten systematisch ihre Spitze zu nehmen, liefern Fondssparpläne. Noch dazu wächst bereits mit geringen Monatsraten – Fondssparpläne sind oft bereits ab 30 Euro im Monat zu haben – über die Jahre ein Vermögen an. Wer etwa seit zehn Jahren mit Monatsraten von 100 Euro in den von Friedrich Erhart gemanagten Österreich-Aktienfonds Pioneer Austria Stock insgesamt 12.000 Euro einzahlte, kann bereits über ein Vermögen von 33.417 Euro verfügen. Noch wesentlich mehr war im gleichen Zeitraum mit in­dischen Aktien oder Papieren aus dem Minen- und Goldsektor zu erzielen.

Gute Hedge-Dachfonds werden mit sechs Prozent Jahresrendite den Erwartungen gerecht, krisenfeste Erträge zu liefern. Die erst vor rund drei Jahren in Österreich gestarteten Produkte haben nicht nur im Jänner ihre Tauglichkeit für jedes Börsenwetter bewiesen. Auch auf Drei-Jahres-Sicht kommt man dem Anspruch nach, eine taugliche Alternative für sichere Staatsanleihen zu sein. Die Bilanz: durchschnittlich plus sechs Prozent jährliche Rendite seit Februar 2005 (siehe Kasten). Wesentlich mehr Nutzen aus der Aktienkrise ziehen riskante Fu­tures-Fonds wie der Volksbank Alpha Strategien Futures MH, der allein im Jänner um 14 Prozent zulegte.

Wer bei seiner Geldanlage vor allem ruhig schlafen möchte, liegt mit Garantiezertifikaten richtig. Neben der Kapitalgarantie, die je nach Ausstattung des Papiers zur Gänze oder auch leicht reduziert erfolgt, ist ein zusätzlicher Vorteil zu nutzen: Mit Garantieprodukten kann in Anlagesegmente investiert werden, die Privatanlegern für gewöhnlich verschlossen sind. So öffnet etwa das Zertifikat auf den RICI Enhanced Agriculture die Möglichkeit, in Agrarrohstoffe anzulegen und sich so als Nebeneffekt einen individuellen Ausgleich zur Lebensmittelinflation zu schaffen. Im Erfolgsfall profitieren Investoren übrigens trotz des Risikopuffers überdurchschnittlich und sind mit einem 1,5fachen Hebel an Kursanstiegen beteiligt. Ebenfalls mit leichtem 1,5fachem Turbo sind Anleger bei der Banken Garantie der Schoellerbank unterwegs. Sollte sich der Nebel von den Bankbilanzen heben, sind besonders hohe Gewinne möglich. Und falls doch noch mehr Leichen im Keller der Banken liegen als heute befürchtet, greift schlimmstenfalls der Kapitalschutz am Ende der Laufzeit.

Russland als Zusatzchance. Trotz des hohen Ölpreises, von dem Russland be­sonders profitiert, sind die Aktien zuletzt in Bausch und Bogen mitgefallen. Hier könnte spätestens die Präsidentenwahl im März für bessere Stimmung sorgen. Wer jetzt den Aktienfonds Pioneer Russia Stock mutig als Joker ins Depot legt, der kann vielleicht schon in wenigen Wochen zweistellige Gewinne verbuchen. Sollte die Durststrecke länger dauern, ist das kein Grund zur Sorge. Russland schwimmt im Geld – früher oder später wird das auch
die Börse erkennen.

Von R. Winter, I. Krawarik, C. Burger

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