50 Firmen zu kaufen

Wer sein eigenes Unternehmen führen will, der muss nicht von null weg beginnen: Anstatt zu gründen, kann man auch kaufen. FORMAT präsentiert 50 Firmen, die jetzt zu übernehmen sind.

Ihre Kundenliste ist das Wertvollste, was Elisabeth Tomaschek besitzt. Die Inhaberin eines luxuriösen Einrichtungsgeschäftes im Palais Ferstel im ersten Wiener Gemeindebezirk, zählt Diplomaten und Unternehmer ebenso zu ihrer Stammklientel wie Politiker und Künstler. Zu diesem noblen Kundenstock gesellen sich noch Scharen an Touristen, die den 110 Quadratmeter großen Laden am Wochenende stürmen. Tomaschek versorgt sie mit edlen Tischen, Lampen und Sitzgarnituren, gefertigt von Europas feinsten Manufakturen.

Doch die Unternehmerin, die jährlich 300.000 Euro Umsatz lukriert, liebäugelt mit dem Ruhestand und sucht einen ambitionierten Nachfolger für ihr Lebenswerk. „Für 120.000 Euro überlasse ich Firma samt Lagerbestand, Kunden- und Lieferantenliste einem neuen Betreiber“, konkretisiert die Rentnerin in spe ihr Offert.

Mit ihren Plänen ist die gelernte Textilingenieurin in der heimischen Business-welt eher Normal- als Sonderfall. Anstatt den Erfolg jahrelanger Arbeit, den bestehenden Kundenstock und geschulte Mitarbeiter mit dem ultimativen Griff zum Rollbalken aufzugeben, suchen die Besitzer neue Entrepreneure, die den Betrieb gegen entsprechendes Entgelt weiterführen. Auf diese Weise wechseln jährlich fast 6.000 bestehende Unternehmen den Inhaber.

„Der Vorteil einer Firmenübernahme ist, dass man Standort, Namen und Klientel miterwirbt. So verringert man viel Risiko“, propagiert Rainer Ribing, Leiter des Gründer-Service der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) diese Form der Nachfolge. Warum also ein Unternehmen gründen, wenn es prosperierende Firmen fix und fertig zu kaufen gibt? Das Angebot ist mehr als breit: Textilhandel, Kunstschlosserei, Frisiersalon, ja selbst ein legendäres Tonstudio stehen zum Verkauf. Und die Anbieter sind meist äußerst hilfreich und kooperativ. Elisabeth Tomaschek würde ihrem Nachfolger sogar mit einer Einweihungsparty unter die Arme greifen. Ebenso Heinrich Buhl, Matratzen-hersteller aus dem steirischen Altenmarkt bei St. Gallen: „Ich würde alle Türen für meinen Käufer öffnen, ihn den Großhändlern in Belgien vorstellen und so lange unterstützen, bis das Geschäft läuft.“

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