4,96 Prozent Zinsen für täglich fälliges Geld

Ab sofort haben auch normale Sparer direkten Zugang zu den Konditionen, die sich bisher nur die Banken untereinander eingeräumt haben.

Beim Tagesgeld-XXL-Zertifikat der ABN-Amro-Bank (ISIN DE000AA01PQ7) hängt die Verzinsung direkt vom 3-Monats-Euribor-Zinssatz ab, der derzeit bei 4,963 Prozent steht. Käufer des Zertifikats, das in 100-Euro-Stückelung vertrieben wird, bekommen während der fünfjährigen Laufzeit den jeweiligen Euribor-Satz ohne Abschlag gutgeschrieben. Hintergrund: ABN-Amro ist wie praktisch alle Banken derzeit auf der intensiven Suche nach liquiden Mitteln und zapft deshalb diese neue, für das Institut relativ teure Geldquelle an. Das Zertifikat ist laufend handelbar und damit de facto täglich fälliges Geld. Es wird aber zumindest vorerst zwischen Kauf- und Verkaufskurs eine einmalige Spanne von 0,25 Prozentpunkten verrechnet, sodass eine zu kurze Behaltedauer unattraktiv ist. ­Allerdings wird bei ABN-Amro überlegt, ab einem gewissen ­Volumen im Zertifikat auf diese Spanne zu verzichten – eine ­gewisse Wartefrist könnte also den Gesamtertrag noch leicht verbessern.
Weil das an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart notierende Zertifikat ein Wertpapier ist, verrechnet die eigene Bank beim Kauf die üblichen Spesen. Am günstigsten ist der Erwerb über ­Direktbanken wie bankdirekt.at, bro kerjet.at und direktanlage.at.

Dort ist auch der kostengünstige Kauf im außerbörslichen Handel direkt bei
der ABN-Amro möglich. Zinszertifikate aus aller Welt. Neben dem Sparen in Euro bietet die ABN-Amro auch Veranlagungen in einer ­Reihe von ausländischen Währungen (Infos unter www.zinszertifikate.de oder 0810/97 70 33). So kann man zum Beispiel in Dollar sparen. Der Zinssatz ist mit zwei Prozent auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv. Dafür kann man sich aber mit dem Dollar-­Zertifikat (DE0009187294) jetzt den tiefen Dollar für spätere Shopping-­Reisen in die USA sichern. Die Devisenspanne ist beim Dollar mit 0,01 Prozent praktisch zu vernachlässigen.

Deutlich mehr Zinsen kann man mit Exotenwährungen verdienen. So liegt der aktuelle Satz im australischen Dollar bei 6,5 Prozent, im südafrikanischen Rand bei 10,7 Prozent, im brasilianischen Real bei 13,2 Prozent und in der türkischen Lira sogar bei 13,8 Prozent. Die Devisenspanne ist etwas höher als im Dollar. Man muss etwa mit 0,1 Prozent rechnen, was angesichts der hohen Zinsen kaum ins Gewicht fällt. Deutlich mehr Einfluss auf den Ertrag haben dafür Kursschwankungen der Währung, die im Extremfall die ­gesamten Zinsen auffressen oder die Anlage sogar zu einem Minusgeschäft machen können.

Außerdem muss man beim Sparen via Zinszertifikat auf die übliche Einlagensicherung von 20.000 Euro verzichten. Im (ziemlich unwahrscheinlichen) Insolvenzfall ist der Anspruch des Zertifikatebesitzers Teil der Konkursmasse. Die niederländische Großbank ABN-Amro hat derzeit ein solides Bonitäts­rating von AA-. Das gleiche Prädikat hat auch die Royal Bank of Scotland, die im Herbst die gesamten ABN-Zertifikate-Aktivitäten übernehmen wird und der damit auch die Haftung für die Rückzahlung der Papiere zufällt.

RHI CEO Stefan Borgas

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