Zusatzpension: So sorgen Sie richtig vor

Zusatzpension: So sorgen Sie richtig vor

Wer in der Pension keine allzu großen Abstriche vom gewohnten Lebensstandard hinnehmen will sollte entsprechend vorsorgen. Beim Rechnen sollte man dabei die Rente, die Rendite und das Risiko entsprechend einkalkulieren.

Den ständigen Blick auf den Kontostand oder das Aktiendepots können viele kaum lassen, der Stand des eigenen Pensionskontos ist dagegen zumeist ein unbekanntes Gebiet. Dabei wäre der Zugriff darauf für alle, die ihre Steuererklärung auf FinanzOnline machen, nur einen Klick entfernt und das aktuelle Guthaben monatlich aktuell direkt auf der Seite abrufbar.

Die Pensionsgutschrift ist auch auf der Homepage der neuen Sozialversicherungsanstalt svs.at abrufbar. Der Stand des Pensionskontos lässt zwar keinen absoluten Schluss über die exakte Höhe der zu erwartenden Pensionsgutschrift zu, bietet aber eine gute Orientierung. „Vielen fehlt ein konkretes finanzielles Ziel, welche Summe sie für die Vorsorge ansparen wollen“, weiß Stefan Kerschbaumer, Wealth Planner bei der Schoellerbank.

Rente, Rendite und Risiko

Dazu ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, welchen Betrag man monatlich zur Seite legen sollte und welche Rendite man erzielen müsste, um nach dem Pensionsantritt laufend einen Betrag X ausgezahlt zu bekommen. Dabei kommen der Rendite und dem Risiko entscheidende Bedeutung zu. Wer keine größeren Summen monatlich auf die Seite legen will, muss bei der Veranlagung ein höheres Risiko nehmen.

Eines wird ziemlich schnell klar. Mit einem Sparbuch kommt man nicht weit. „Damit wird derzeit nicht einmal der Verlust durch die Inflation abgegolten“, warnt Kerschbaumer. So wird die Inflation in Österreich laut Schätzungen der Ökonomen des Wifo im Jahr 2020 bei 1,5 Prozent liegen. Das bedeutet: Um Vermögen aufzubauen, müsste der Zinswgewinn nach Abzug der Kapitalertragssteuer KESt darüber liegen. Nachdem es so hohe Zinsen nirgendwo gibt wird das auf einem Sparbuch deponierte Kapital deshalb stetig weniger wert.

Beispiel: Sparziel 1.000 € Zusatzpension monatlich

Fall 1: 35 Jahre Anspardauer
Wer mit 30 Jahren mit dem sparen beginnt und bis zum Pensionsantritt mit 65 Jahren laufend Beiträge leistet, muss abhängig von der Rendite die folgenden Zahlungen leisten, um in den Genuss einer eine monatlichen Zusatzpension von 1.000 Euro zu kommen:

  • 0,5 % Rendite 550 €
  • 1,5 % Rendite 414 €
  • 2,5 % Rendite 311 €
  • 3,5 % Rendite 233 €
  • 4,5 % Rendite 174 €

Fall 1: 15 Jahre Anspardauer
Je kürzer die Zeit bis zur Pensionierung ist, desto höher muss die Sparrate ausfallen, wenn man an eine monatlichen Zusatzpension von 1.000 Euro kommen will. Wer erst mit 50 Jahren mit dem Sparen beginnt muss dafür vergleichsweise tief in die Tasche greifen:

  • 0,5 % Rendite 1.356 €
  • 1,5 % Rendite 1.136 €
  • 2,5 % Rendite 956 €
  • 3,5 % Rendite 809 €
  • 4,5 % Rendite 688 €

Vorsorgen mit Aktien

Je höher die Rendite sein soll, desto weniger wird man um eine Veranlagung in Aktien und Anleihen beziehungsweise Investmentfonds herumkommen. Dabei gibt es zwar ein Verlustrisiko, doch je länger der Anlagehorizont ist, desto lohnender und sicherer sind Wertpapier-Investments. Auch wenn zwischenzeitlich Verluste eintreten.

Man sollte bei Wertpapier-Investments allerdings die anfallenden Kosten und Gebühren genau hinterfragen und diese in die erwartbare Rendite einkalkulieren. Ebenso sollte man bedenken, dass bei diesen Investments längerfristig Kapital gebunden wird. Bei vielen Fonds wird etwa zu einem Mindestanlagehorizont von fünf Jahren geraten. Bei risikoreicheren Investments sollte man eine zehnjährige Anlagedauer einkalkulieren.

Pensions-Rechner

Doch wie viel Zusatzpension benötigt man eigentlich? Wie viel Geld sollte man ansparen? Und wie hoch muss das Risiko sein, das man bei der Vorsorge eingeht? Klarheit darüber kann man sich etwa verschaffen, indem man die Höhe der Pensionslücke bestimmt - also den Betrag, um den künftige Pension unter dem Aktivbezug liegen wird. Dazu kann man etwa den „Lücke Schließen-Rechner“ unter pensionskonto.at heranziehen.

Mit Hilfe des Lebenserwartungs-Rechners kann dabei auf Basis der aktuellen Sterbetafeln auch das eigene erwartbare Alter mit einbezogen werden. Eine jetzt 50-jährige Frau hat demnach eine Lebenserwartung von 84,5 Jahren. Sie wäre demnach 20 Jahre lang in Pension und sollte für diese Zeit entsprechend vorsorgen..

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