Zertifikate: Risikoarme Investments mit Netz

Zertifikate: Risikoarme Investments mit Netz

Heike Arbter. Die Leiterin der Zertifikate-Abteilung in der RCB wurde bereits mehrfach für ihre Produkte ausgezeichnet.

Mit Zertifikaten können Anleger ihr Risiko begrenzen und dennoch von steigenden Kursen profitieren.

Teilnehmer am Tip & Win Börsespiel hatten in den ersten Wochen ein kleines Problem. Es war gar nicht so leicht, die besten Aufsteigeraktien im ATX zu erraten. Denn es gab nur Absteiger. Und auch wenn sich die Situation an der Wiener Börse und an den großen Aktienmärkten der Welt schön langsam wieder dreht, in diesem Jahr ist Vorsicht beim Investment angesagt. Und dafür gibt es eine Reihe von Veranlagungsprodukten, die die höheren Gewinnchancen von Aktien oder Indexentwicklungen mit der Sicherheit von Anleihen kombinieren. Diese Produkte werden unter dem Überbegriff Zertifikate zusammengefasst.

Zertifikate mit Kapitalschutz

Wer an der Entwicklung der Börse zum Teil partizipieren will, aber dennoch auf Nummer sicher gehen will, dem empfiehlt sich diese Variante. Ein Beispiel für ein Zertifikat mit Kapitalschutz: Steigt der ATX innerhalb eines Jahres um mehr als zehn Prozent, erhält der Käufer des Zertifikates eine fixe Verzinsung von fünf Prozent. Sinkt der ATX aber innerhalb der zwölf Monate um zehn Prozent, erhält der Anleger dennoch sein eingesetztes Kapital zurück. Mit Kapitalschutz-Zertifikaten kann das Verlustrisiko am Ende der Laufzeit ausgeschaltet werden, allerdings verzichtet der Anleger damit auch auf eine höhere Gewinnchance.

Aktienanleihen

Diese Wertpapiere eignen sich für risikobewusste Anleger in nur leicht steigenden oder sich seitwärts bewegenden Märkten. Sie wollen zwar sehr wohl von der Kursentwicklung einer Aktie profitieren, aber zumindest eine gewisse Absicherung dabei haben. Bei Aktienanleihen wird zu Beginn der Laufzeit ein Basispreis festgelegt. Der beträgt in der Regel zwischen 60 und 80 Prozent des Kurses der Aktie an einem Stichtag. Darüber hinaus wird eine fixe jährliche Verzinsung garantiert. Am Ende der Laufzeit erhält der Zeichner also auf alle Fälle die Verzinsung. Die Art der Rückzahlung seines eingesetzten Kapitals hängt von der Entwicklung des Aktienkurses ab. Fällt der Kurs während der Laufzeit nie unter den am Start fixierten Basispreis, wird das Kapital in bar zurückbezahlt. Sinkt der Kurs jedoch unter den festgelegten Wert, erhält der Zeichner den Gegenwert des Kaufpreises in Aktien des Unternehmens. Auch wenn das dann einen niedrigeren Betrag ausmacht als der Kaufpreis, hat man noch nicht verloren. Man kann die Aktien des Unternehmens halten, bis der Kurs wieder steigt.

Outperformance-Zertifikate

Diese Anlageform ist schon etwas riskanter. Sie empfiehlt sich, wenn man überproportional von einem Kursanstieg profitieren will. Hier wird beim Kauf ein Ausübungspreis festgelegt, bei dem der Zeichner zu einem bestimmten Partizipationsfaktor vom Kursanstieg profitieren kann. Der Kaufpreis liegt unter diesem Ausübungspreis. Ein Beispiel: Der Ausübungspreis beträgt 100 Euro, der Partizipationsfaktor 1,5. Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit auf oder unter 100 Euro, erhält der Zeichner sein Kapital in Aktien zurück. Liegt der Kurs der Aktie jedoch bei 110 Euro, kommt der Partizipationsfaktor von 1,5 zum Tragen. Der Gewinn ist dann um 50 Prozent höher und der Zeichner erhält 115 Euro in bar.

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