Zeit ist Geld: Vom Bargeld bis zur Langzeit-Vorsorge

Zeit ist Geld: Vom Bargeld bis zur Langzeit-Vorsorge

Im Themenspecial "Geldanlage" präsentiert trend in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. die wichtigsten Informationen zum Vermögensaufbau, zur Geldanlage und zum Investieren in einer Welt fast ohne Zinsen. In diesem Artikel werden die gängigen Anlageformen nach ihren Vorteilen betreffend ihrer Laufzeit untersucht.

Bei der Wahl der Anlageform spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Soll das Geld in Sicherheit lagern und gedeihen? Oder braucht man die Gewissheit, im Notfall schnell flüssig werden zu können? Damit Sie diese Kernfrage rasch beantworten können, wurden hier die Anlageformen anhand ihrer Laufzeiten untersucht.

Sparkonto & Taggeld

Flexibel, unbefristet und unbürokratisch. Wer ein täglich fälliges Sparkonto oder ein Taggeldkonto anlegt, kann jederzeit einzahlen, jederzeit zugreifen, und jederzeit auflösen – ohne Verlust. Minimale Verzögerungen gibt es nur beim Taggeldkonto: Da es sich um kein Girokonto handelt, muss der zu behebende Betrag erst auf ein solches umgebucht werden, das braucht ein- bis zwei Tage.

Geeignet für: Flexible Anleger, die jederzeit auf ihr Geld zugreifen wollen, und den eigenen Konsumwillen gut im Griff haben.


Gold

Die nicht-eiserne Reserve. Das Edelmetall ist durch den eigenen realen Wert gedeckt, und kann jederzeit liquidiert werden – Käufer finden sich normalerweise auch in Zeiten schwächerer Gold-Nachfrage. Gerade deswegen eignet es sich als Krisenreserve. Wie bei allen Realien (Gold, Aktien, Immobilien) gibt es keine Laufzeit, nur einen klug gewählten Zeitpunkt zum Verkauf.

Geeignet für: Vorsichtige Anleger, die gern auf eiserne Reserven vertrauen.


Aktien

High-Speed auf Kurs. Aktien sind rasend schnell liquidierbar, anstelle einer Laufzeit bestimmt der Anleger selbst, wann er verkaufen möchte. Der Haken: Im Vergleich zu anderen Anlageformen sind Aktien extrem volatil, der Wert ist komplett vom Markt abhängig. Pech hat, wer dringend Geld braucht zu einem Zeitpunkt, in dem die Aktien gerade im Keller liegen.

Geeignet für: Risikofreudige Anleger ohne Bedarf an einer eisernen Reserve.


Immobilien

Stehende Werte. Immobilien punkten mit geringer Volatilität und stabilem Inflationsschutz, auch über längere Zeit. Wie bei Gold und Aktien bestimmt der Besitzer selbst, wann Ziegel zu Geld wird. Aber: Wie schnell man dann wirklich Scheine in der Hand hat, hängt vom Verkaufsprozess ab: Anders als bei Gold oder Aktien kann es je nach Marktlage etwas dauern, bis es eine Einigung mit Immobilien-Käufern gibt.

Geeignet für: Sicherheitsliebende Anleger, die gern auf feste Werte vertrauen.


Investmentfonds

Die meisten Fonds haben keine klassischen Laufzeiten, sondern Wirtschaftsperioden, die sich je nach Anbieter unterscheiden. Am Ende einer solchen Periode werden die Gewinne entweder ausgeschüttet (ausschüttender Fonds) oder re-investiert (thesaurierender Fonds). Die Ausnahme bilden Laufzeitfonds: Sie werden nach Ende der Wirtschaftsperiode aufgelöst, das Kapital wird in jedem Fall ausgeschüttet. Wer darauf nicht warten möchte, oder spontan Geld braucht, kann die Fondsanteile auch spontan verkaufen, allerdings zum „Rücknahmepreis“ – und der orientiert sich am Markt orientiert.

Geeignet für: Geduldige Sparer, die bis zur Kapitalausschüttung warten können.


Anleihen

Das entschleunigte Wertpapier. Im Gegensatz zu Aktien kommen Anleihe mit fixer Laufzeit daher – bereits im Vorfeld weiß der Anleger, zu welchem Zeitpunkt ihm Geld zusteht. Diese Laufzeiten variieren stark. Bei unter vier Jahren spricht man von „kurzfristigen“ Anleihen, über acht Jahren laufende Bonds sind „lang-„ und alles dazwischen „mittelfristig“. Staatsanleihen verzeichnen das breiteste Spektrum, von wenigen Monaten bis über 30 Jahren ist alles drin. Unternehmensanleihen folgen einer simplen Faustregel: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger der Zins.

Der Haken, wenn‘s finanziell mal brenzlig wird: Eine Anleihe vorzeitig zu kündigen, ist Verhandlungssache, jedoch schwierig bis unmöglich. Gläubigern steht grundsätzlich kein Kündigungsrecht zu.

Geeignet für: Genügsame Anleger, die ihr Geld gesichert wissen wollen, jedoch keinen Notgroschen benötigen.


Festgeld

Die hohe Kante. Das Festgeldkonto ist eine Variation des klassischen Sparkontos, mit fixer Laufzeit und erschwerter Verfügbarkeit. Die Laufzeiten legen Anbieter und Anleger im Vorfeld fest, die meisten Angebote schwanken zwischen einem und zehn Jahren. Als Faustregel gilt: Längere Laufzeit – Höhere Zinsen. Frühzeitiger Geldbedarf wird abgestraft, mit partiellem Zinsverlust.

Geeignet für: Vorausplanende Anleger, die sich selbst Vorgaben setzen können und wollen.


Bausparer

Die noch höhere Kante. Mit mindestens sechs Jahren Laufzeit spart man hier auf lange Sicht, dafür mit attraktiven Zinsen. Umso härter springt man mit Bedarfsfällen um: Wer frühzeitig auflöst, verliert sämtlichen Kapitalzuwachs, sowohl die staatliche Prämie wie auch die Zinsen der Bausparkasse.

Geeignet für: Zukunftsorientierte Anleger, die heute gern verzichten, um übermorgen zu haben.


(Lebens-)Versicherungen

Die Zeitkapsel. Lebensversicherungen werden erst interessant ab einer Laufzeit von zehn Jahren, denn je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Prämie. Ab einer Laufzeit von 15 Jahren locken Fondsgebundene Lebensversicherungen gar mit einer Befreiung von Kapitalertrags- und Einkommenssteuer. Nach Ablauf einer Lebensversicherung hat man die Wahl: Entweder einen Batzen Zaster sofort, oder in Rentenzahlungen, regel- und gleichmäßig.

Der große Wermutstropfen: Nirgends ist eine vorzeitige Kündigung teurer als bei Lebensversicherungen. Reumütige Anleger erhalten zwar das eingesetzte Kapital plus Zinsen, müssen jedoch Abschlag zahlen – und der ist mitunter deftig. Alternativ kann man die meisten Versicherungen nachträglich „prämienfrei“ setzen lassen, um zumindest die regelmäßigen Einzahlungen zu stoppen.

Geeignet für: Langzeit-Anleger, die Krisenreserven woanders haben, und ihre monatliche Rente aufbessern wollen.


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