Zahlungsverzögerung: Erschreckende Bilanz

Seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist die Zahl der Unternehmen, die von Zahlungsverzögerungen betroffen sind, nach oben geschnellt. Welche Unternehmen davon besonders betroffen sind, und was Experten Unternehmen raten, um sich für die Zukunft in dieser Hinsicht besser aufzustellen.

Zahlungsverzögerung: Erschreckende Bilanz

Die Zahlungseingänge seit dem Corona-Ausbruch schmelzen bei Unternehmen dahin, weil ihre Kunden nur schleppend zahlen.

Nichts fürchten europäische Finanzchefs (CFOs) so sehr wie verspätete Zahlungen oder Insolvenzen ihrer Kunden. Genau dieses Problem, schon vor der Krise virulent, hat sich seit Ausbruch der Krise erheblich verschärft. Selbst Schwierigkeiten in den Lieferketten, rückläufigen Umsätzen und Profitabilität fallen dahinter zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "DNA of a CFO" von Österreichs Kreditversicherung Acredia in Zusammenarbeit mit Warenkreditversicherer Euler Hermes. Das Netzwerk analysiert die täglichen Veränderungen der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen, die 92 Prozent des globalen BIPs ausmachen.

Cash is king: Achillesferse Zahlungsverzögerungen
Die schnellsten spürbarsten Auswirkungen der Covid-19-Krise hinterlassen laut der Umfrage unter CFOS von 422 kleinen und 425 großen Unternehmen in England, Frankreich, Deutschland und Italien, in Unternehmen verspätete Zahlungen durch die Kunden betroffen. Die Befragten vertraten eine Reihe von Branchen, die alle in Organisationen tätig waren, in denen der Business-to-Business-Umsatz mindestens 20 Prozent des Umsatzes ausmachte.

Die Sorge, dass dem Unternehmen mangels Zahlungseingängen, das Geld ausgehen könnte, quält Finanzchefs derzeit am meisten.

Erschreckende Bilanz
"Schon vor der Covid-19-Pandemie war fast jedes zweite der befragten Unternehmen von Zahlungsverzögerungen betroffen und fast jedes dritte von der Insolvenz eines Abnehmers", sagt Acredia Vorständin Gudrun Meierschitz. "Das ist eine relativ erschreckende Bilanz und zeigt, welch große Schneeballeffekte Insolvenzen in der gesamten Lieferkette auslösen können. Nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren sogar zwei Drittel von Zahlungsverzögerungen betroffen.“ Nach Zahlungsverzögerungen (47%) und Insolvenzen (32%) sorgten sich die europäischen Finanzchefs noch vor Covid-19 vor allem um Cyberangriffe (30%). "Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen war im vergangenen Jahr Opfer eines Cyberangriffs", sagt Meierschitz.

Sorgen um Umsatzrückgänge sprunghaft angestiegen
Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie plagten die Finanzchefs ganz andere Sorgen. So waren 61 Prozent der europäischen Unternehmen zwischen März und Mai 2020 von Umsatzrückgängen gezeichnet, 2019 hingegen waren es nur 25 Prozent.

Kleine Firmen stärker von Zahlungsverzögerung betroffen
Jeder Zehnte Befragte hatte in den zwei Monaten vor Mai mehrere Fälle von zumindest Zahlungsverzögerung pro Tag erlebt, 65 Prozent davon mindestens wöchentlich. Kleinere Unternehmen davon zwar stärker betroffen. 51 Prozent kleine Firmen klagen darüber, gegenüber 43 Prozent der größeren Unternehmen, aber auch bei diesen ist das immer noch der Risikobereich Nummer Eins. „Im öffentlichen Leben gehen wir seit Ausbruch der Pandemie auf Abstand. In der Wirtschaft geht es nun darum, enger zusammenzurücken, in Netzwerken zu arbeiten sowie eine Kreditversicherung wie eine Schutzmaske zu nützen und Lieferketten zu stabilisieren,“ so Meierschitz von Acredia Österreich.

So sollten Firmen jetzt agieren
Doch was tun, um Risiken im Unternehmen besser zu einzukalkulieren und einzudämmen? Die drei wichtigsten Eckpfeiler sind laut der Umfrage unter Finanzchefs: planen, diversifizieren und versichern. Dazu gehören die Planung bestimmter Szenarien und ein proaktives Cash-Managment, aber auch Maßnahmen, die zur Risikominderung eines neuen Kunden beitragen. Unternehmen, die über eine breite Palette von Produkttypen verfügen oder in mehreren Branchen tätig sind, werden in Zukunft am besten in der Lage sein, mit größeren Risiken umzugehen. Unternehmen mit einer kleineren Produktpalette sollten sich auf die Kundenzahl breiter diversifizieren und so die Einnahmen auf mehrere Beine stellen.

Die Finanzen gut zu planen und strategisch gute Entscheidungen zu treffen, zählt derzeit zum wichtigsten Handwerkszeug von CFOs, luat deren eigener Einschätzung, ergab die Umfrage von Euler Hermes.

Risiko minimieren: Kundenportfolio breiter streuen
David Franklin, CFO von Astrea Bioseparations, Großbritannien: “Traditionell waren wir auf eine recht kleine Anzahl von Großkunden angewiesen. Das haben wir als Risiko erkannt, und arbeiten hart daran, in verschiedene Produktbereiche vorzudringen und unsere Einnahmen mit verschiedenen Kunden aufzubauen, um das Risiko wirklich zu streuen.“

Schutz vor Zahlungsausfall wird wichtiger
Viele CFOs sind laut dem Kreditversicherer Heuler Hermes auch der Meinung, dass Versicherungen an Bedeutung gewinnen werden. Die enge Zusammenarbeit mit Versicherer zum Schutz des Unternehmens vor Kreditausfällen sei von entscheidender Bedeutung. Tony Cianciosi, CEO LOMgroup, Deutschland und Türkei dazu: „Kreditversicherungen werden in einer Post-Coronavirus-Welt wichtiger werden.“

Kreditversicherer hilft Arbeitsabläufe und Prozesse zu optimieren
Markus Schneider, CFO Kerberos Management, Deutschland rät: “Unternehmen sollten mit einer Kreditversicherung zusammenarbeiten. Wir saßen viele Male mit ihnen zusammen und diskutierten, wie wir Arbeitsabläufe und Prozesse einrichten. Wenn man sie einbezieht, ist es besser für alle. Man bekommt bessere Konditionen, sie haben einen besseren Einblick, man hat einen Risikoschutz haben.“

die Planung der Finanzen und strategische Überlegungen sind nach der großen Covid-19-Krise die wichtigsten Agenden von Finanzchefs.

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