Wirecard-Aktie stürzt wegen Fälschungsvorwürfen ab

Wirecard-Aktie stürzt wegen Fälschungsvorwürfen ab

Wirecard CEO Markus Braun ist erneut konfrontiert mit massiven Vorwüfen zu Fehlverhalten in seinem Unternehmen.

Beim Zahlungsdienstleister Wirecard geht's wieder einmal turbulent zur Sache. Wirecard soll laut Bericht der Financial Times (FT) Papiere gefälscht haben. Das Unternehmen nennt die Vorwürfe der FT "verleumderisch".

Aschheim. Ein unliebsames Deja-vu haben am Freitag die Aktionäre von Wirecard erlebt. Nur zwei Tage nach einem kritischen Bericht der "Financial Times", der den Aktienkurs des Zahlungsabwicklers hatte einbrechen lassen, veröffentlichte die Wirtschaftszeitung einen weiteren Beitrag mit Vorwürfen gegen das Unternehmen.

Dem Bericht vom Freitag zufolge soll eine von Wirecard beauftragte Anwaltskanzlei ein Fehlverhalten des Unternehmens festgestellt haben. Die Zeitung beruft sich auf einen vorläufigen Bericht der Anwälte, in den sie Einsicht gehabt habe. Die Vorwürfe lauten demnach über „schwere Fälschungsdelikte" in der Niederlassung des Unternehmens in Singapur. Die Anwaltskanzlei soll laut FT-Bericht Beweise zu gefälschten Unterlagen gefunden haben.

Das von dem aus Wien stammenden CEO Markus Braun geführte Unternehmen kommt einmal mehr in die Bredouille. Bereits am Mittwoch hatte die FT über Fehlverhalten des Unternehmens berichtet.

Der Kurs der Wirecard-Aktien (ISIN DE0007472060) brach am Freitagnachmittag erneut ein. Der Aktienkurs sackte teilweise um fast 35 Prozent ab. Am späten Nachmittag notierte die Papiere noch um 26 Prozent schwächer als zu Handelsbeginn bei 106 Euro und somit sogar noch unter den Tiefstkurs vom Mittwoch. Der Kurs sank auf den niedrigsten Stand seit Mitte April vergangenen Jahres.

Eine Sprecherin von Wirecard nannte die neuerlichen Anschuldigungen falsch und irreführend und die Berichterstattung der "Financial Times" verleumderisch.

Ein Händler bezeichnete das Vorgehen der Zeitung als "ausgesprochen unseriös". Es habe den Anschein, als solle gezielt gegen den Aktienkurs des Unternehmens spekuliert werden.

Ein weiterer Händler war der Ansicht, dass eine Feststellung möglicher unseriöser Praktiken von Wirecard durch externe Anwälte den Anschuldigungen möglicherweise größeres Gewicht verleihe. Dies könne den massiven Kurseinbruch an der Börse erklären.



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