Börse-China: Warum der Einstieg jetzt günstig ist

Der Shanghai Composite hat ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben.

An Chinas Börsen geht es wieder aufwärts. Doch ist der Trend auch nachhaltig?

Nach Monaten in denen ein Minus vor Chinas Aktienindizes dominierte, könnten die Börsen in China nun wieder längerfristig ins Plus drehen. Warum der Shanghai Index kurzfristig anzog und weshalb Experten glauben, dass der Aufschwung nachhaltig sein könnte. Übersicht: Diese Fonds haben sich in diesem schwierigen Umfeld am besten geschlagen.

Die Bilanz der meisten China-Fonds ist, was die vergangenen zwölf Monate betrifft, vielfach tief rot. Doch nun scheint es für die Anleger einen Silberstreifen am Horizont zu geben. Ein Einstieg könnte sich lohnen. Nicht nur weil die Börsen in China gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis deutlich billiger sind als Aktien aus den USA, Europa oder Japan.

China vor wichtigem Schritt für deren Börsen

Das liegt zum einen daran, dass China derzeit vor einem großen Schritt steht. Der US-Indexspezialist MSCI plant im kommenden Monat erstmals chinesische Papiere in seinen Emerging-Market-Index aufzunehmen und wird damit die Nachfrage ankurbelt. Denn nun werden vor allem Institutionelle Investoren, die sich am Weltaktienindex MSCI orientieren, sich gezwungen sehen, China-Papiere zu kaufen, um den Index wieder korrekt abzubilden oder sich an ihm zumindest bei der Veranlagung anzulehnen. Auch aus dem Ausland floss wieder mehr Geld in die Volksrepublik.

Das hat die China-Börse bereits honoriert. Der Index in Shanghai notierte am Dienstag gegenüber dem Vortag rund drei Prozent höher. Die damit verbundenen Spekulationen auf einen weiteren Einstieg von Investoren und damit verbundene weitere Kurszuwächse dürften in diesem Zusammenhang anhalten.

Starke Stimuli beginnen zu greifen

Ein weiterer Grund dafür, dass die China-Märkte anspringen dürften: „Der erhebliche geldpolitische und fiskalische Stimulus Chinas wandelt sich endlich auch in eine stärkere Wirtschaftsaktivität", erklärt Paul Diggle, Ökonom der britischen Fondsgesellschaft Aberdeen. Ob dieser Schub nachhaltig ist oder unter der Last der starken strukturellen Ungleichgewichte der chinesischen Wirtschaft im Sande verläuft, dürfte einer der bestimmenden Eckpunkte der Weltwirtschaft und Investmentlandschaft in diesem Jahr sein.

Chinas Konjunkturprogramm startete Ende 2014 und dauert bis heute an. Das umfassende Konjunkturpaket war eine Reaktion auf den scharfen Abschwung des chinesischen Wirtschaftswachstums gewesen, der Ende 2014 begann und sich über das ganze vergangene Jahr fortsetzte. Diggle: "Ein gewisser Beitrag zur Dämpfung des Wachstumstempos war mit dem Wandels weg von einer durch Industrie und Export getriebenen Wirtschaft hin zu einem von Dienstleistung und Konsum getriebenen Wachstum." Aber der Abschwung sei deutlich über das erwartbare Maß hinaus gegangen.

Trendwende nach Absturz bei Wirtschaftswachstum

Laut den eigenen Messungen von Aberdeen, die eine Reihe von Indikatoren berücksichtigen, legen nahe, dass das "wahre“ Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr auf fünf Prozent gefallen ist. In den ersten Monaten 2016 scheint allerdings eine Trendwende stattgefunden zu haben. Die Einkaufsmanagerindizes haben angezogen, die Inflation wurde gestärkt und laut Aberdeen-Messungen für die Wirtschaftsaktivität haben sich deutlich erholt. Nach einer langen Phase, in der sie dem offiziellen BIP hinterhergelaufen waren, legen unsere Zahlen in der Tat nahe, dass das Wirtschaftswachstum tatsächlich sogar über den offiziellen Zahlen liegen dürfte.

Wie viel Kraft der Aufschwung hat

Doch hat der Aufschwung die Kraft anzudauern? Die Entscheidungsträger haben vor 18 Monaten damit begonnen, die Wirtschaft zu stimulieren. "Aber erst jetzt schlagen sich die Effekte in den Daten nieder", so Diggle. Das bedeutet, dass derzeit noch ein Gegenwert von 18 Monaten an Stimulierung vorhanden ist, der die chinesische Wirtschaft weiterhin anschieben dürfte.

Im Herbst 2017 wird der 19. Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas abgehalten, während dem bis zu fünf neue Mitglieder des sieben Personen umfassenden ständigen Ausschusses des Politbüros bestellt werden. Präsident Xi Jinping dürfte ein Set an Ernennungen anstreben, das die Konsolidierung seiner eigenen Macht unterstützt – ein Ziel, das wahrscheinlich während eines ökonomischen Aufschwungs leichter zu erreichen sein dürfte. Dies spricht für eine anhaltende Nutzung von Konjunkturprogrammen, um bis dahin ein günstiges Klima sicherzustellen.“

Japans Wirtschaft wächst

Zur aktuell positiven Stimmung in Asien trägt auch bei, dass die japanische Industrie im April trotz schwacher Ausfuhren und mehrerer Erdbeben gewachsen ist. Die Industrieproduktion legte gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zu. Die Analysten waren positiv überrasacht, hatten sie doch im Schnitt mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet. Kreditkosten in die Knie gehen könnte, mittlerweile in den Hintergrund getreten", so Stefan Worrall von Credit Suisse. In Japan stützte zudem der anhaltend schwächere Yen die Kurse, von dem vor allem exportorientierte Unternehmen profitieren.

Eine mögliche Zinserhöhung in den USA würde die Börsen nicht mehr belasten. Investoren halten eine Zinserhöhung in den USA schon im Juni inzwischen für möglich. Das belastet die Kurse jedoch nicht mehr. "Nach einer Reihe positiver Konjunkturdaten ist die Sorge, dass die Wirtschaft bei höheren

Invesco-Fonds seit Jahresbeginn vorne

Zu den Top-China-Fonds, die am besten auf das jüngste schwierige Umfeld reagiert haben, zählt auf Basis der Performance des heurigen Jahres der - Invesco China Focus Equity (LU0717748643). Der aktiv verwaltete Fonds, der bisher im Vergleich zu vielen tiefroten Ergebnissen, nur 4,6 Prozent verloren hat, zieht im Schnitt seit Jahren vielen Konkurrenten davon. Über drei Jahre lag die Performance des in Dollar notierenden Fonds bei 9,5 Prozent per anno.

BlackRock: Der Langzeit-Champion

Der beste Fonds über fünf Jahre ist der BlackRock Global Funds - China Fund . In den vergangenen fünf Jahren legte der 4-Sterne-Fonds im Schnitt jährlich 6,5 Prozent zu. Der Fonds liegt jedoch seit Jahresbeginn mit 7,7 Prozent im Minus. Der Fonds setzt auf unterbewerte Aktien, sogenannte Value-Titel. Die Top-Positionen aktuell sind Blue Chips wie Tencent, China Mobile, Alibaba oder China Petroleum.

Neue Kategorie - neue Chance: China-A-Shares-Fonds

Der beste innerhalb der handverlesenen Fondskategorie China-A-Shares ist derzeit der LionGlobal China A-Shares Fonds (LI0280427241). Die Fondsgesellschaft mit Sitz in Singapur ist mit dem österreichischen Asset Manager C-QUADRAT eine Partnerschaft eingegangen. Der in Dollar notierende Fonds erzielte in den vergangenen drei Monate einen Wertzuwachs von 3,7 Prozent. Investiert wird in chinesische Festland-Aktien, die bis Mitte des Vorjahres, ausländischen Investoren de facto nicht zugänglich waren. Das Fondsmanagement kauft überwiegend Anteile, die an den Börsen Shanghai, Shenzhen und Shanghai - Hong Kong Stock Connect gehandelt werden. Lion Global Investors (LGI), die für Anleger rund 26 Milliarden Dollar verwalten, investiert in diesen Fonds überwiegend in Aktien, die vom Wirtschaftswachstum und von Strukturreformen profitieren.

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