Wikifolio: Geld anlegen mit weltweitem Wissen

Wikifolio: Geld anlegen mit weltweitem Wissen

Social Trading. Bei Wikifolio kann man den erfolgreichsten Anlagestrategien zu günstigen Konditionen folgen.

Kontakte werden mittlerweile über Facebook oder Twitter gepflegt. Und Geld wird immer öfter über Social Trading veranlagt. Welche Vorteile und welche Risiken diese Investmentform birgt.

Das Vertrauen in die Banken beginnt, zu schwinden. Besonders jüngere Menschen fragen sich immer öfter, ob die von den großen traditionsbehafteten Kreditinstituten angebotenen Dienstleistungen tatsächlich die besten und günstigsten für sie sind. Bei Andreas Kern war das vor rund fünf Jahren auch der Fall. Ihm wurde von seiner Hausbank ein Veranlagungsprodukt angeboten, das sowohl Sicherheit als auch tolles Renditepotenzial haben sollte. Dumm nur für die Hausbank, dass Kern Mathematiker und ausgebildeter Börsenhändler ist. Er simulierte die Performance über mehrere Jahre zurück. Das Ergebnis: Das Produkt hätte keinen Cent gebracht.

Die weitere Folge dieses enttäuschenden Ergebnisses ist mittlerweile Geschichte: Kern gründete die Social-Trading-Plattform Wikifolio. Die Idee dahinter: Wer sein Geld anlegen will, kann auch auf die Beispiele von erfolgreichen Tradern im World Wide Web zurückgreifen. Und die findet er auf der Internet-Plattform Wikifolio. Was mit sozialen Kontakten über Facebook oder Twitter funktioniert, kann bei der Geldanlage genauso klappen.

Vorteile

Der Grundgedanke hinter Wikifolio ist einfach: Ein Trader erstellt ein Musterdepot. Ist dieses erfolgreich und hält gewissen Tests durch die Betreiber der Wikifolio-Plattform stand, wird es online gestellt. Nun können sich Anleger dieses Portfolio ansehen und mit anderen auf der Plattform vergleichen. Trader "Schneeleopard“ hat zum Beispiel in knapp vier Jahren ein Plus von 123 Prozent erzielt; dementsprechend hat er aktuell die zweitmeisten Follower mit seinem Wikifolio.

Ein Vorteil bei dieser Anlageform liegt in der Transparenz des Angebots. Man kann jenem Wikifolio, also jener Anlagestrategie folgen, die das beste Ergebnis bringt. Eine Langzeitstudie der Helmut Schmidt Universität von paarweisen Vergleichen von Wikifolios mit ähnlichen Investmentfonds hat gezeigt, dass die Social Trader eine bessere Performance liefern. Nur bei den Risikokennzahlen liegen sie leicht hinter den Investmentfonds (siehe Grafik). Der Reiz von Wikifolio besteht aber genau darin, sich jene Trader herauszupicken, die erfolgreich sind.

Ein weiteres Plus für Anleger bei Wikifolio: Die Gebühren sind gering, klar nachvollziehbar und deutlich niedriger als die herkömmlicher Investmentfonds. Beim Kauf eines Wikifolios fallen zunächst die jährlichen Zertifikatgebühren von 0,95 Prozent an. Zusätzlich zahlt der Anleger eine Performancegebühr, die zwischen fünf und 30 Prozent der Rendite beträgt - je nach Wikifolio.

Die Performancegebühr wird nach dem High-Water-Mark-Prinzip berechnet. Ein Beispiel: Jedes Wikifolio startet mit einem Wert von 100. Ein Anleger kauft ein Wikifolio zum Höchstwert von 105. Steigt das Wikofolio auf 107, fällt eine Performancegebühr von zehn Prozent der zusätzlichen zwei Prozentpunkte an, also 0,2. Der Vorteil: Der Anleger zahlt die Gebühr nur dann, wenn der Trader eine Rendite erzielt, die über seinem letzten Höchststand (High-Water-Mark) liegt. Steigt man bei 50 in ein Wikifolio ein, fallen Performancegebühren erst dann an, wenn der Wert wieder über dem Höchststand von 107 steigt.

Risiken

Da es sich bei einem Wikifolio um ein Zertifikat handelt, gilt, wie bei allen Zertifikaten, das Emittenten-Risiko. Wenn die herausgebende Bank des Wikifolio-Zertifikats in Konkurs geht, ist das Geld verloren. Auch wenn die emittierende Bank, hier Lang & Schwarz, als grundsolide gilt, sollte nicht das ganze Geld über Wikifolio veranlagt werden,

Als weiteres Risiko sehen Konsumentenschützer gelegentlich darin, dass die Rangliste der besten Wikifolios zum häufigen Umstieg animiert. Mag sein, aber wer die Transparenz der einzelnen Ergebniszahlen geschickt nützt und vermehrt auf erfolgreiche Wikifolios setzt, kann so eben zu einer besseren Gesamtperformance kommen.

Wie man über Wikifolio investiert

Kaufen. Erfüllt ein Portfolio gewisse Voraussetzungen, erhält es von Wikifolio den Status "investierbar“. Es ist die Basis für ein an der Börse gehandeltes Endloszertifikat. Dieses kann über jede Bank, jeden Onlinebroker oder direkt beim Emittenten Lang & Schwarz gekauft werden.

Verkaufen. Für jedes Wikifolio gibt es einen Kauf- (Ask) und Verkaufskurs (Bid). Zu Letzterem kann das Wikifolio jederzeit verkauft werden.

Zertifikat. Zertifikate verbriefen das Recht auf die Teilnahme an einer Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Basiswertes. Der kann ein Index sein oder eben wie in einem Wikifolio eine individuelle Zusammenstellung verschiedener Wertpapiere.

Kurs. Der Kurs eines Wikifolios ergibt sich aus seiner Performance. Bei der Begebung startet das Zertifikat mit 100. Erzielt der Trader an einem Tag mit seinen Wertpapieren im Schnitt ein Plus von vier Prozent, steigt der Kurs auf 104. Erleidet er jedoch einen Verlust von sechs Prozent, sinkt der Kurs auf 94.

Strategie. Jeder Trader muss bei seiner Zulassung die Investmentstrategie festlegen: Wie groß der Aktienanteil sein kann, welche riskanten Produkte wie Derivate und Optionen er handelt. Die Einhaltung dieser Strategie wird überprüft. Bei Abweichungen gibt es Mahnungen. Auch die Schließung ist möglich.

Frequenz. Handelt ein Trader nicht intensiv genug, wird er von Wikifolio kontaktiert. Gibt es keine Rückmeldung, kann das Wikifolio geschlossen werden.

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