Welcher Region der Handelskonflikt besonders zusetzt

Welcher Region der Handelskonflikt besonders zusetzt

Tech-Macht China: US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jingping ringen um eine Einigung. Aber China ist etwa nicht bereit die Subventionierung seiner Techfirmen aufzugeben.

Welche gravierenden Folgen der Handelskrieg zwischen den USA und China auf die Investitionen nicht nur amerikanischer, sondern auch auf europäische Firmen hat, welchen Effekt höhere Zölle auf Wachstum und Inflation hätte und wie die globale Wirtschaft dadurch die Wertschöpfungskette völlig umkrempeln könnte. Was JP Morgan jetzt Anlegern für das zweite Halbjahr rät.

Im Juli wird die US-Wirtschaft ihre längste Expansionsphase aller Zeiten verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit ist in den USA, Deutschland, Japan und Großbritannien auf dem oder nahe dem niedrigsten Stand mehrerer Jahrzehnte. '"Trotzdem gibt es kaum Anzeichen für eine Überhitzung der Weltwirtschaft", so JP Morgan Asset Management in einer Analyse.

Keine Blasen, geringe Inflation
So sind Spekulationsblasen an anfällige Sektoren wie der Wohnungsbau und Investitionsgüter weltweit weit von einem Boom entfernt. Von Inflation – häufig ein Vorbote des wirtschaftlichen Untergangs – ist auffällig wenig zu merken. "Wenn etwas an der Inflation für die Weltwirtschaft beunruhigend sein sollte, so ist es ihr hartnäckig niedriges Niveau", so die Experten. Insgesamt sieht es ihrer Einschätzung nach so so aus, als habe die globale Wachstumsphase trotz ihrer Dauer noch nicht ihre natürlichen Grenzen erreicht.

China will Wettbewerbsvorteil durch Subventionen chinesischer Techfirmen nicht aufgeben
Aber der Ausblick wird durch politische Konflikte bedroht. Eine der für die Wirtschaft am bedrohlich wirkensten davon, ist der Handelsstreit zwischen China und den USA. An der Wurzel des Streits liegt ein tiefreichendes Zerwürfnis über Technologie. Die US-Regierung ist der Meinung, dass chinesische Unternehmen aufgrund staatlicher Subventionen für den Technologiesektor einen unfairen Vorteil gegenüber ihren Pendants in den USA genießen. Überlagert wird das Thema der „Fairness“ durch die Sorge, dass chinesische Technologie außerdem eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen könnte. Peking streitet jede Bedrohung der Sicherheit ab und zeigt sich wenig bereit, die Unterstützung für den florierenden chinesischen Technologiesektor zu beenden.

Nur wenige Vorschritte bei Verhandlungen erwartbar
Es scheint keine gemeinsame Linie zu geben. Selbst wenn sich in den kommenden Monaten eine Vereinbarung finden ließe, dürfte diese partiell und an zahlreiche Bedingungen gebunden sein. Doch Zölle alleine sind nur ein geringes Problem und hätte aufgrund ihres insgesamt geringen Ausmaßes nicht das Potential einen über Jahrzehnte laufenden Prozess der Globalisierung zunichtemachen, glaubt JP Morgan.

Anstieg der Zölle: Geringer Effekt auf die Inflation prognostiziert
Zölle alleine werden wohl kaum tödlich für das globale Wirtschaftswachstum sein. Die Exporte der USA nach China machen lediglich 0,6 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Bei China geht es um mehr, weil es 3,6 Prozent seines BIP in die USA exportiert. Obwohl die Zölle theoretisch der Inflation Auftrieb verleihen sollten, geht JP Morgan von einem geringen Effekt auf die Inflation aus. Stattdessen dürften die chinesischen Produzenten und eine moderate Abwertung des Renminbi einige der Kosten auffangen – und die Gewinnmargen in den USA den Rest.

US-Zölle sind auf einem historischen Tiefstand. Zölle werden derzeit auf Waschmaschinen, Photovoltaikpanels, Stahl und Aluminium und auf chinesische Importe in Höhe von 250 Milliarden Dollar. Künftig soll laut Plänen der US-Regierung auf weitere Waren im Wert von 290 Milliarden Dollar Zoll eingehoben werden.

Indirekten Folge des Handelskonflikts: Deutlich weniger Investitionen in Europa geplant
Die indirekten Folgen werden wahrscheinlich wesentlich größer sein. Zu ihnen gehört das Aufbrechen von Wertschöpfungsketten, wenn Unternehmen ihre Prozesse, die gegenwärtig im Ausland ablaufen, umorganisieren oder ganz ins Inland holen. Der größte wirtschaftliche Effekt wird sein, dass Unternehmen ihre Investitionspläne zurückschrauben, was bereits auch geschieht. Davon betroffen sind vor allem Investitionen in Europa.

Unternehmen in Europa planen Investitionen massiv zurückzuschrauben.


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Defensive Aktien die bessere Wahl als in Anleihen und Cash umzuschichten
Dennoch rät JP Morgan, obwohl der Aktienmarkt sich bereits in einem Spätzyklus befindet, weiterhin Aktien zu halten, wenn auch solche mit defensivem Charakter. In der Vergangenheit neigten Investoren dazu, gegen Ende des Zyklus Risiken abzubauen und ihr Geld in heimische Anleihen und liquide Mittel umzuschichten. "Angesichts einer besonders unübersichtlichen Lage und weil die Zentralbanken ihre Zinssätze nicht normalisiert haben, ist es dieses Mal weniger sicher, dass eine solche Umschichtung die richtige Wahl ist", warnt JP Morgan. Aus ihrer Sicht erscheint es daher sinnvoll, vorerst an einer defensiven Aktienallokation festzuhalten und gleichzeitig nach Alternativen wie Makrofonds und reale Vermögenswerte zu suchen, um einen potenziellen Puffer für das Portfolio zu haben.


Europa ist die Region, die am anfälligsten für die Auswirkungen des Handelskrieges sein dürfte


Am vorsichtigsten ist JP Morgan für Europa. "Europa ist die Region, die am anfälligsten für die Auswirkungen des Handelskrieges sein dürfte." Es ist zwar noch nicht klar, ob die europäische Automobilindustrie als nächstes auf der Bestrafungsliste von Präsident Trump steht, aber die Unsicherheit fordert ihren Tribut – und der Spielraum für politische Unterstützung ist begrenzt.

Großer Druck auf US-Notenbank Zinsen zu senken - aber Konjunktur und Gewinne der USA stocken
Das zweite Halbjahr sehen die Asset Manager für die USA mit gemischten Gefühlen. So steht die US-Notenbank im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr unter enormen Druck, die Zinsen zu senken und den Wachstumsmotor in den USA in Gang zu halten. Das könnte die Wirtschaftsaktivität bis zu einem gewissen Grad unterstützen, aber die Konjunktur und Gewinne in den USA werden mit dem Abklingen der Steuersenkungseffekte an Dynamik verlieren.

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