Warum die Zuversicht unter Investmentprofis steigt

Warum die Zuversicht unter Investmentprofis steigt

Nach dem kurzen Kursknick am Montag legte der Dax einen Sprint auf über 10.200 Punkte hin. Die Gründe dafür und wie Unternehmer aus Österreich und Osteuropa, die sich auf der jährlichen RCB-Investorentagung in Zürs trafen, die Entwicklung einschätzen. Was Privatanleger, die an einer europaweiten Umfrage über Investments teilnahmen, denken und wozu Experten Anleger raten.

Der deutsche Aktienindex Dax (ISIN DE0008469008) geht ab wie eine Rakete. Seit Montag den 18. April legte der Kurs um 2,5 Prozent zu, hat die 10.000-Marke locker hinter sich gelassen und steht nun bei 10.277 Punkten. Tendenz weiter steigend. Der Stimmungsknick am Montag nach dem Scheitern der Gespräche der Ölförderländer in Doha, währte nur kurz.

Schon am Montag ließ der Index die 10.000-Marke locker hinter sich, nachdem sich auch der Ölpreis rasch wieder erholte. Der Leitindex ließ sich dabei auch nicht vom steigenden Euro gegenüber dem Dollar ( --> aktueller Wechselkurs EUR/USD) abhalten.

Dank der USA brummt der Laden in Europa

Vor allem die jüngsten Konjunkturdaten überzeugen die Anleger. So wurde für die Euro-Zone ein Rekordüberschuss für den grenzüberschreitenden Handel gemeldet. Der Leistungsbilanzüberschuss mit dem Rest der Welt belief sich auf 246 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte dieser nur 184 Milliarden Euro betragen.

Die EU-Ausfuhren stiegen gleichzeitig im Jahr 2015 um fünf Prozent. Die EU profitierte im Vorjahr vor allem von der robusten US-Konjunktur: Der Überschuss gegenüber dem Land betrug 123 Milliarden Euro. Dahinter folgten die Schweiz mit 48,5 und die Türkei mit 17 Milliarden Euro.

Index für Konjunkturerwartung steigt zum zweiten Mal in Folge

Die Stimmung unter Analysten und institutionellen Anlegern hellt sich ebenso auf. Das deutsche wirtschaftswissenschaftliche Institut ZEW, das monatlich die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten erhebt, legte im April zum zweiten Mal in Folge zu. Dieser ZEW-Index gewinnt gegenüber dem Vormonat 6,9 Punkte und steht jetzt bei 11,2 Punkten (langfristiger Mittelwert: 24,5 Punkte). "Überraschend positive Wirtschaftsnachrichten aus China dürften die Stimmung unter den Finanzmarktexperten aufgehellt haben“, so Sascha Steffen, Leiter des Forschungsbereichs "Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement" am ZEW.

Unter dem Strich bliebe die anhaltende Wachstumsschwäche Chinas und anderer wichtiger Schwellenländer jedoch eine Belastung für die deutsche Exportwirtschaft. Auch die Sorge über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens dürfte sich belastend auswirken.

Analysten und institutionelle Investoren blicken laut ZEW-Konjunkturindex zum zweiten Mal in Folge positiv in die Zukunft.

Analysten und institutionelle Investoren blicken laut monatlich erstelltem ZEW-Konjunkturindex zum zweiten Mal in Folge positiv in die Zukunft.

Austro-Investoren positiv gestimmt

Auch auf der jährlichen Investorenkonferenz der Raiffeisen Centrobank in Zürs mit rund 120 Investoren und hochrangigen Vertretern von 70 Unternehmen war die Stimmung, was die ökonomische Entwicklung betrifft, gut. Das Stimmungsbild der Unternehmen vor Ort, die aus Österreich, Osteuropa und erstmals auch aus der Türkei kamen, stufte die RCB auf Basis einer Umfrage unter den Teilnehmern als leicht positiv bis neutral ein.

Die jährlich von der RCB veranstaltete Investorenkonferenz ist die größte ihrer Art in Österreich und bietet internationalen Investoren und Blue-Chip Unternehmen eine Plattform sich auszutauschen.

Marktmeinung der Austro-Unternehmen 2012 bis 2016

Im Vorjahr waren Investoren zwar noch bullisher als heuer, aber knapp die Hälfte der Teilnehmer ist es immer noch.

Keine Anzeichen eines Abschwungs

„Die vielen Unternehmenspräsentationen und Einzelgespräche hinterließen einen durchwegs positiven Eindruck. Besonders die Aussagen in Hinblick auf das wirtschaftliche Umfeld der teilnehmenden Unternehmen waren ermutigend”, sagt RCB-Chef Wilhelm Celeda. Die leicht positive Dynamik scheint sich fortzusetzen. Die Unternehmen sehen keinerlei Anzeichen eines Abschwung des Wirtschaftszyklus. “Gerade die Anfang des Jahres negativ beeinflussten Märkte durch China, den niedrigen Ölpreis oder das Risiko einer sich eindämmenden US-Konjunktur, standen deutlich weniger im Fokus als erwartet”, so Celeda.

Privatanleger wollen Anleihen-Anteil im Depot verringern

Langsam könnte auch Bewegung in Privatanleger-Depots kommen. Das legt zumindest das Ergebnis der diesjährigen Legg Mason Global Investment Survey nahe. Für die Investment-Umfrage 2016 wurden 5.370 vermögende Anleger im Alter zwischen 18 bis 75 Jahren in 19 Ländern befragt. 60 Prozent der befragten deutschen Investoren gaben an, ihre Anleihen-Depot verändern zu wollen.

“Eine echte Trendwende”, so Klaus Dahmann, Österreich-Chef bei Legg Mason. Noch im Vorjahr hielten 61 Prozent der Anleger an ihrer bisherigen Strategie fest. In diesem Jahr wollen nun 21 Prozent dagegen ihren Aktienanteil erhöhen. „Nach der Schockstarre im vergangenen Jahr scheinen sich die Anleger nun an die veränderten Bedingungen an den Märkten gewöhnt zu haben “, glaubt Dahmann.

Erhebliche Unterschiede durch Liquiditätsschwemme

Doch einfach einen ETF, also einen Index-Fonds zu kaufen, ist nach dem langen Kursanstieg der Börsen nicht mehr ratsam. „Wir achten heute mehr auf Fundamentaldaten und zwar sowohl auf der Makro- als auch der Mikro-Ebene. Denn seit einiger Zeit haben sich hier erhebliche Unterschiede aufgebaut, die bislang durch die Liquiditätsschwemme der Notenbanken verdeckt wurden“, analysiert Ernst Konrad, Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwankungsintensität wieder zunehmen wird, ist recht groß. In einem solchen Szenario bieten sich aktuell eher Käufe von Unternehmensanleihen an“, meint Konrad.

Reaktion der US-Notenbank als größte Gefahr

In den nächsten Monaten sieht der Anlagespezialist die größte Gefahr für die Kapitalmärkte darin, dass die Fed das Anziehen der Inflationserwartungen in den USA bei anhaltend schleppendem Verlauf der Konjunktur unterschätzt und sich dazu veranlasst sieht, schneller und aggressiver den Leitzins anzuheben. „Darauf ist gerade der Aktienmarkt nicht vorbereitet. Hier hat nach wie vor die Vorstellung vom ‚Fed-Put‘ viele Anhänger. Sie gehen davon aus, dass die Notenbank nichts unternehmen wird, was den Finanzmärkten schaden würde. Aber wir wollen uns darauf lieber nicht verlassen“, sagt Konrad.

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"Wir rechnen mit weiterem Ansteigen der Aktienmärkte"

Waltraud Perndorfer, Leiterin der Privat Bank der RLB OÖ

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