Warum Silber abhebt, Gold stagniert und Öl nachgeben könnte

Der Preis für Silber ist so hoch wie zuletzt vor einem Jahr.

Der Preis für Silber ist so hoch wie zuletzt vor einem Jahr.

Die Zuversicht der Anleger schlägt auf den Rohstoffmarkt durch: Vor allem der Silberpreis hebt ab: Die Feinunze verteuert sich seit Montag den 18. April um 7,3 Prozent auf 17,4 Dollar. Der höchste Preis seit einem Jahr. Die Gründe für die Rallye, was für weitere Steigerungen, notwendig wäre, ob die Rallye bei Gold weiter geht und warum Öl-Investments mit Vorsicht zu genießen sind.

"Es fließt wieder Geld in die Rohstoffe", sagte ein Händler in Shanghai.

China´s Wirtschaft stabilisiert sich

„Der Bloomberg Rohstoffindex beendete die zweite Woche in Folge im Plus, wobei unterschiedliche Entwicklungen dabei halfen, den starken Dollar zu kompensieren“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Chinesische Wachstums- und Handelsdaten deuteten auf eine stabilisierte, aber auch weiterhin verschuldete Wirtschaft hin. „Dies beflügelte Industriemetalle und versetzte dem Getreidesektor aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Sojabohnen einen Schub“, sagt Hansen. Insbesondere die Nachfrage aus China im März habe zum größten Wochenanstieg bei Sojabohnen seit vergangenem Dezember geführt.

Goldrallye vorerst gestoppt

Der Goldpreis verbleibt weiter in einer Seitwärtsbewegung. „Insofern ist die Rallye, die in den stärksten Jahresauftakt seit Jahrzehnten mündete, vorerst gestoppt. Der Fokus richtet sich nun auf Silber“, sagt Hansen. Silber sei im Vergleich zu Gold relativ günstig, was sich in der Gold-Silber-Ratio ausdrücke. Diese erreichte Ende Februar mit über 83 Feinunzen Silber für eine Feinunze Gold ihren Höchststand. Angesichts eines sich stabilisierenden Goldpreises bliebe die Nachfrage nach Silber-ETPs sehr stark. „Somit hat Silber den großen Bruder Gold als das sich am besten entwickelnde Metall 2016 abgelöst. Das bedeutet aber auch, dass für weitere Kurssteigerungen ein charttechnisches Signal zugunsten Silber und eine niedrigere Ratio nötig wären“, sagt Hansen.

Weiterer Anstieg bei Gold längerfristig erwartet

Andreas Böger, Fondsmanager des C-QUADRAT Gold & Resources Fund ( ISIN: AT0000A07HF4), hält eine weitere Erholung des Goldpreises in den kommenden Jahren für möglich. Dabei sieht der C-QUADRAT Manager gute fundamentale Rahmenbedingungen für Gold und Goldminenaktien. "Der Rückgang der realen Zinsen und das wachsende Gegenparteirisiko bei Banken und Staaten, dürften den Goldpreis weiter stützen", so Böger. Wenn die Kurzfristzinsen negativ sind, bedeutet das bei Geldmarktanlagen Verluste. "Das ist bei Gold nicht der Fall. Und die Zweifel der Marktteilnehmer wachsen, dass das Zinsniveau sich auf lange Sicht normalisieren wird. Davon dürfte das gelbe Metall profitieren", analysiert Böger.

Margen von Minenfirmen ziehen nach Restruktrurierungen wieder an

Auf die Margen von Goldminenunternehmen dürfte ein steigender Goldpreis besonders durchschlagen, denn die Minenunternehmen haben ihre Kosten im Griff. Stark steigende Kosten wie in der Vergangenheit – als der aus China getriebene Boom bei Anlageinvestitionen die Produktionskosten verteuerte – sollten ausbleiben. Die Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums wirkt nunmehr dämpfend.

„Der steigende Goldpreis der vergangenen Monate hat einmal mehr die negative Korrelation zu anderen Kapitalanlagen bestätigt. Setzt sich die jüngste Entwicklung fort, so könnten mehr und mehr Investoren auf den Zug aufspringen, was dann selbstverstärkend wirken und einen langfristigen Trendwechsel einleiten könnte", sagt Böger.

Iran will Markt mit Öl überschwemmen

An den Ölmärkten löste das Treffen in Katar Gewinnmitnahmen aus und stoppte die bisherige Rallye. Unterdessen bleibt der Fokus auf das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gerichtet. Die US-Produktion ist seit letztem Juli um 600.000 Barrel pro Tag gefallen. Gleichzeitig hat jedoch Bloomberg im Vorfeld des Katar-Treffens berichtet, dass der Iran seine Schiffslieferungen im April auf zwei Millionen Barrel pro Tag erhöht habe. „Sollte sich dies bewahrheiten, hätte der Iran im Alleingang den bisherigen US-Produktionsrückgang wettgemacht. Wenn dieses Niveau in den kommenden Monaten gehalten werden kann und Produktionsengpässe des Nordiraks und Nigeria schwinden, dürfte die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf den Ölmärkten noch auf sich warten lassen“, sagt Hansen

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