Wall Street rüstet sich für den Wahlkampf

Wall Street rüstet sich für den Wahlkampf

Durch die Nominierung Donald Trumps für den Wahlkampf fürchten einige Beobachter ein Ansteigen der Volatilität an den Börsen. Bisher ist davon aber nichts zu merken - im Gegenteil: Einige Marktteilnehmer sehen in der neuen Regierung sogar Chancen für die Wall Street. Denn der amtierende Präsident hat nicht unbedingt ein Naheverhältnis zu den Finanzmärkten.

In den USA werden derzeit die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November gekürt, und angesichts der Tatsache, dass die Republikaner Donald Trump ins Rennen schicken, fürchten einige Beobachter einen deutlichen Anstieg der Volatilität. Bis jetzt ist davon freilich nichts zu bemerken, die Märkte reagieren sehr ruhig auf das bevorstehende Match von Trump vs. Clinton. Einige Marktteilnehmer sehen in einer neuen Regierung sogar Chancen für die Wall Street, denn Obama war nicht gerade dafür bekannt, den Finanzmärkten sehr nahe zu stehen. Ein Analyst hat sogar schon etwas pointiert gemeint: Was immer kommt, es wird besser sein als das, was wir in den letzten acht Jahren hatten.

Bei den einzelnen Sektoren könnte es, je nach Wahlausgang, auch Überraschungen geben. Hillary Clinton hat schon angekündigt, die Medikamentenpreise stärker deckeln zu wollen. Das könnte dem Gesundheitssektor einen Dämpfer verpassen, der ja in den letzten Jahren sehr gut gelaufen ist. Umgekehrt sind einige Analysten der Ansicht, dass Rüstungsaktien auf jeden Fall Potenzial nach oben haben, egal wer im November gewinnt. Denn sowohl Trump als auch Clinton wollen das Rüstungsbudget aufstocken. Dazu kommt, dass die Welt derzeit besonders viele Konflikte erlebt, was bedeutet, dass nicht nur die USA, sondern auch andere Staaten im wahrsten Sinn des Wortes „nachrüsten“. Bleibt noch die US Notenbank, die mit einer Zinsanhebung den Wahlkampf in seiner heißen Phase zusätzlich anheizen könnte…


Monika Rosen ist Chefanalystin, Bank Austria Private Banking.
Twitter: @Monika_Rosen

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