Die übernächste Generation: Richtig Vorsorgen für Enkelkinder

Die übernächste Generation: Richtig Vorsorgen für Enkelkinder

Großeltern, die die Zukunft ihrer Enkel absichern möchten, sollten auf sichere Vorsorge- und Anlageprodukte setzen. Dafür bieten sich Bausparverträge, Versicherungen, aber - mit der Aussicht auf weit höhere Erträge - auch Fonds an.

Vorsorge ist die schönste Sorge. Vor allem, wenn man selbst bereits den abgesicherten Lebensabend genießt, und damit der kommenden Generationen den Weg erleichtern kann. Frisch gebackene Großeltern stehen oft vor der Frage, wie sie ihren Enkelkindern zukünftige finanzielle Sorgen – im wahrsten Sinne – ersparen können.

Ein halbjährlich zu Ostern und zu Weihnachten zugesteckter Hunderter lässt zwar Kinderherzen höher schlagen, ist zur Vorsorge aber denkbar ungeeignet. Auch weil Kinder zu impulsivem Konsumverhalten tendieren. Anders gesagt: Wer in die Zukunft der Enkel investieren möchte, täte wohl daran, diesen zumindest bis zur Volljährigkeit den Zugriff zum Sparkapital zu verwehren.

Außerdem sollte das Geld mündelsicher angelegt sein, das heißt mit einer gesetzlichen Einlagensicherheit. Das schließt riskantere Anlagen wie Aktienfonds aus, garantiert aber, dass die Kinder am Ende tatsächlich Geld in der Hand haben werden. Wird das Geld dezidiert auf den Namen des Kindes angelegt, sind mündelsichere Anlageformen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Unter diesen beiden Kriterien – beschränkter Zugriff und Mündelsicherheit – finden sich folgende Möglichkeiten zur Geldanlage für die übernächste Generation:

1) Sparbuch / Bausparer

Das klassische generationenübergreifende Sparbuch dürfte in den meisten Familien existieren. Dabei wählt man zwischen Tages- und Festgeldkonto: Ersteres ermöglicht regelmäßige Zahlungen, beispielsweise an Geburtstagen des Enkelkinds, zweiteres erlaubt nur eine einmalige Zahlung – ist aber höher verzinst. Wer regelmäßig einzahlen möchte, sollte sich außerdem nach Prämiensparbüchern umsehen – hält man dabei bestimmte Konditionen ein, zahlt die Bank am Ende der Laufzeit drauf.

Wichtig: Die Großeltern müssen sich entscheiden, auf wessen Namen das Sparbuch laufen soll – den eigenen oder den des Kindes. Ist es der eigene Name, kann das Sparbuch per Losungswort gesichert und später auf das Kind übertragen werden. Das ermöglicht Oma und Opa, selbst regelmäßig Geld auf das Konto zu spielen. Läuft das Konto von Anfang an auf das Kind, haben die Großeltern weniger Kontrolle darüber, eventuell kann das Kind dann frühzeitig darauf zugreifen – dafür kann man so Steuern sparen.

Der Bausparer ist bis heute einer der beliebtesten Sparformen der Österreicher. Dank fixer Verzinsung, staatlicher Prämie und langer Mindestlaufzeit (sechs Jahre) eignet er sich gut als Geldanlage für Enkelkinder, bis zu deren Vollmündigkeit gehen sich genau drei Bausparer hintereinander aus. Aber: Wegen etwaiger Kontoführungsgebühren rentiert sich der Bausparer erst ab einer bestimmen Sparsumme. Staatlich gefördert werden bis zu 100 Euro monatlich oder 1.200 Euro jährlich. Wer weniger einzahlt, lässt sich einen Teil der Prämie entgehen – und verspielt damit die den großen Bausparervorteil, obwohl dieselben Gebühren bezahlt werden.

2) Versicherung

Beginnt man bereits kurz nach der Geburt mit dem Ansparen, werden Kindervorsorgeprodukte interessant – je nach Anbieter können die Zinsen sogar den Bausparer übertreffen. Die Laufzeiten sind an die Geburtstage des Kinds gekoppelt, das Geld wird meist mit der Volljährigkeit übergeben – je nach Anbieter sogar erst ab dem 25. Lebensjahr.

Besonders attraktiv: Viele Kindervorsorgeversicherungen sind gegen Zahlungsunfähigkeit abgesichert, beispielsweise bei Ableben oder Erwerbslosigkeit durch Unfall, nach Laufzeitende erhalten die Enkelkinder (dann bereits junge Erwachsene) garantiert die vereinbarte Versicherungssumme. Unter anderem deswegen hießen solche Produkte einst „Ausstattungsversicherung“: Dem Nachwuchs soll eine finanzielle Grundausstattung sicher sein. Aber Achtung: Je älter die Großeltern, desto teurer wird dieser besondere Versicherungsschutz. Anleger sollten unbedingt verschiedenen Angebote vergleichen.

Wichtig: Um unnötige Bürokratie im Todesfall zu vermeiden, sollte das Enkelkind auf jeden Fall als Begünstigter im Ablebensfall feststehen. Dann geht die Versicherungssumme zu 100 Prozent auf das Kind über, anstatt erst in die Verlassenschaft und dann, vermutlich geschmälert, in die Hände der Enkel zu wandern.

3) Fonds

Versicherungen und Bausparer gelten als sichere Anlageformen, werfen allerdings wenig Ertrag ab. Wer mehr Risiko eingeht, kann auch weit höhere Erträge erzielen. Das ist etwa mittels Fonds möglich, die verschiedene Aktien- oder Anleihenwerte bündeln und von Experten gemanagt werden. Die Produkte variieren nach Risikoklassen und Managementstil, Kriterien, die Großeltern im Auge behalten sollten, wenn sie nach Fonds für die Enkel-Vorsorge suchen.

Außerdem sollten die Kosten vergleichen werden, denn Gebühren, Provisionen und die Steuer auf Wertpapiergewinne schmälern die auf dem Papier existierenden Erträge. nach Fonds-Performance höhere Erträge herausspringen. Zudem sind nicht alle Fonds mündelsicher.

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