Virtuelle Capital Market Days: Das erwarten Analysten und Investoren

Als Folge der Corona-Pandemie wurden im Jahr 2020 zahlreiche Hauptversammlungen und andere Kapitalmarktaktivitäten rein digital abgehalten. Die Brunswick Group hat erhoben, welche Erwartungen Analysten und Investoren in Zukunft haben.

Virtuelle Capital Market Days: Das erwarten Analysten und Investoren

Die jährliche Hauptversammlung als große Veranstaltung, bei der sich das Management eines Unternehmens den Fragen von mitunter hunderten oder sogar tausenden Aktionären stellt - im Jahr 2020 waren diese Events als Folge der Covid-19-Pandemie seit dem Frühjahr weltweit kaum mehr physisch möglich.

Da die Veranstaltungen aber aus rechtlichen Gründen dennoch durchgeführt werden mussten suchten und fanden viele Unternehmen eine neue Lösung: Zahlreiche Hauptversammlungen (HV) wurden in das Internet verlagert und fanden als reine Online-Events. Mit durchaus großem Erfolg: die virtuell angebahltenen HVs fanden sowohl bei den Aktionären als auch bei Investoren und Analysten großen Anklang.

Eine von der Brunswick Group unter Analysten und Investoren durchgeführte Umfrage ging nun daran, die Erwartungen in diesem Kreis auszuloten.

Der eigentliche Test stehe, so die Brunswick-Experten, allerdings mit den nun geplanten Kapitalmarkttagen noch bevor. Bei diesen auf institutionelle Investoren und Analysten fokussierten Veranstaltungen geben börsenotierte Unternehmen detaillierte Einblicke in die aktuellen, firmenrelevanten Entwicklungen.

Virtuell sticht, aber digital alleine ist nicht genug

Die überwiegende Mehrheit der von Brunswick befragten Analysten und Investoren geht davon aus, dass Hauptversammlungen und andere für den Kapitalmarkt relevante Veranstaltungen trotz der andauernden Pandemie auch plangemäß durchgeführt werden. Nur 28 Prozent glauben, dass diese zumindest auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 verschoben werden.

Die Kapitalmarktexperten der Brunswick Group sind jedoch überzeugt, dass die Zahl der virtuell abgehaltenen Capital Market Days in Zukunft weiter zunehmen wird. 44 Prozent der Befragten sehen auch in Zukunft virtuelle Live-Events als die dafür am besten geeignete Form. Weitere 28 Prozent würden einen virtuellen Event mit zusätzlichen, zuvor aufgezeichneten Inhalten bevorzugen. Nur die verbleibenden 28 Prozent wären für wie in der Zeit vor der Covid-19-Pandemie abgehaltene Onsite-Events.

Eine Veranstaltung nur in das Internet zu verlagern und per Live-Stream zu übertragen wird künftig nicht mehr ausreichen, damit Unternehmen mit ihrer Strategie, ihrem Ausblick und Management überzeugen und sich von Wettbewerbern absetzen können. Es wird notwendig sein, die virtuellen Möglichkeiten besser auszuschöpfen und Unternehmen und ihre Equity-Story informativ, unterhaltsam und kurzweilig zu präsentieren. Und gleichzeitig den interaktiven Austausch zwischen den Teilnehmern zu ermöglichen.

Capital Market Day als virtuelle Erlebniswelt

Was erwarten sich Investoren und Analysten von den virtuellen Capital Market Days? Die Ergebnisse der Brunswick-Umfrage sind ein guter Leitfaden für Unternehmen, um für zukünftige Capital Market Days maßgeschneiderte Formate zu entwickeln und die passenden Kanäle zu nutzen.

Da wäre zunächst die Dauer der CMD-Meetings. Veranstaltungen die weniger als eine Stunde abgewickelt werden scheinen für Analysten und Investoren nicht ansprechend zu sein. Nur 5 Prozent der Befragten glauben, dass das in diesem kurzen Zeitraum sinnhaft möglich ist. Mehr als die Hälfte (55 %) findet eine Dauer zwischen einer und zwei Stunden für angemessen, immerhin 39 Prozent würden sogar bis zu drei Stunden lange Meetings begrüßen.

Ein absolutes No-Go sind PowerPoint-Präsentationen oder anderer aimierter Content. Kein einziger der Befragten kann sich eine stundenlange Online-Powerpoint-Präsentation als sinnvoll vorstellen. Stattdessen erwarten sie sich zum überwiegenden Großteil (89 %) Live-Präsentationen über Zoom oder andere Meeting-Plattformen. Die restlichen elf Prozent würden eine Mischung aus Live-Präsentation und vorab aufgenommenen Inhalten begrüßen.

Interaktivität sticht

Dabei sollte die virtuelle Live-Präsentation allerdings auch keine Einbahnstraße sein, kein lange andauernder Monolog. Wenn schon digital, dann richtig - mit allen Möglichkeiten zur Interaktion und zum Stellen von Fragen. Fast alle Befragten (83 %) wollen ihre Fragen unmittelbar dann stellen können, wenn es sie auf der Zunge brennt. Nur die verbleibenden 17 % würden sich Vorträge gerne bis zum Ende als stille Zuhörer anhören und erst im Rahmen einer Fragerunde am Anschluss an eine CMD-Session ihre Fragen stellen wollen.

An erster Stelle stehen dabei die Wünsche, live via Video (39 %) oder über eine Chat-Funktion (28 %) mitreden zu können. Weitere 27 % wären für eine Kombination mit E-Mail-Diensten. Lediglich sechs Prozent würden via Smartphone interagieren wollen.

Finance for Future: Klimaschutz durch Geldanlage

Klima- und Umweltschutz gehören zu den größten Herausforderungen für die …

Gewinnfreibetrag: Mit diesen Wertpapieren senken Sie Ihre Steuer

Einkommensteuerzahler können Ihre Bemessungsgrundlage für die Steuern …

USA zapfen Ölreserven an - Freigabe von 50 Millionen Fass

USA zapfen Ölreserven an - Freigabe von 50 Millionen Fass

Damit soll der starke Preisanstieg abgemildert werden.

Italiens Kartellbehörde verhängt Strafe gegen Amazon, Apple

Italiens Kartellbehörde verhängt Strafe gegen Amazon, Apple

Strafe wegen wettbewerbschädlicher Kooperation