Vermögensverwaltung: "Liechtenstein ist Vorreiter"

Robert Löw, Vorstandsvorsitzender der Liechtensteinischen Landesbank in Österreich

Robert Löw, Vorstandsvorsitzender der Liechtensteinischen Landesbank in Österreich

Robert Löw, CEO der Liechtensteinischen Landesbank in Österreich, über seine Pläne, Stiftungen und Konditionen der Vermögensverwaltung.

trend: Wie überzeugen Sie potenzielle Anlagekunden in dem Wettbewerbsumfeld für die LLB, die Liechtensteinische Landesbank Österreich?
Robert Löw: Brexit, Nullzinsen sowie Diskussionen über die Bonität einiger großer Banken stellen Anleger vor Herausforderungen. Wenn Sie in Edelsteine investieren, gilt die "4 C"- Regel. Bei der Auswahl Ihrer Bank sind es die "4 S": die Sicherheit der Bank, die Sicherheit der Anlagestrategie, die Sicherheit individueller Beratungsleistung und die Sicherheit fairer Gebühren. Die LLB-Gruppe verfügt mit dem Land Liechtenstein über einen AAA- Mehrheitsaktionär. Sie überzeugt mit einer vielfach ausgezeichneten Vermögensverwaltung, mit langjährig erfahrenen Beratern sowie mit transparenten, innovativen Tarifmodellen.

trend: Welche Pläne hat die LLB noch in Österreich?
Löw: Die LLB-Gruppe verfolgt im Rahmen von "StepUp 2020" eine Wachstumsstrategie. Das gilt auch für unsere Aktivitäten in Österreich, wo wir mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden sind. Wir wollen organisch wachsen sowie unsere Kundenberater-Teams ausbauen. Und wir sind opportunistisch an Zukäufen interessiert.

trend: Welche Besonderheiten zeichnet die LLB in der Vermögensverwaltung aus?
Löw: Für uns stehen der Substanzwert eines Titels und seine günstige Bewertung im Vordergrund, nicht die Wachstumsfantasie um jeden Preis. Die Selektion erfolgt in einem mehrstufigen, tiefgehenden Prozess durch unsere Expertenteams. Der nachhaltige Anlageerfolg im Vergleich mit unseren Mitbewerbern bestätigt die Strategie. Unsere Tarifmodelle passen sich den Bedürfnissen unserer Kunden an. Wir bieten Einzel-oder All-in-Tarife sowie erfolgsabhängige Modelle an. Und wir sind "retrofrei": Vertriebsprovisionen von Fonds, die wir als Bank von Anbietern erhalten, werden unseren Kunden zu 100 Prozent gutgeschrieben. Das gilt für alle Bankkunden: Damit sind wir in Österreich Vorreiter.

trend: Welche Asset Allocation empfehlen Sie Ihren Kunden je nach Risikoklasse im derzeitigen Marktumfeld?
Löw: Die Risikoprämien bei US-Aktien und Hochzinsanleihen sind aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums, der gestiegenen Verschuldung und der US-Geldpolitik nicht mehr attraktiv. Wir haben die Gewinne mitgenommen und sind bei Aktien untergewichtet, ebenso bei Staatsanleihen. Übergewichtet sind wir bei inflationsgeschützten Anleihen, Wandelanleihen, Immobilienaktien und Rohstoffen.

trend: Wie hat sich die Haltung Ihrer Kunden zur österreichischen Privatstiftung im Laufe der Jahre entwickelt?
Löw: Als Österreicher bedaure ich die Entwicklung. 14 Änderungen des Stiftungsrechts - durchwegs zu ihrem Nachteil -sind einfach zu viel. Laut Stiftungsverband sind die Zahlen Jahr für Jahr rückläufig. In den 3.200 Privatstiftungen mit einem geschätzten Volumen von 70 Milliarden Euro werden zu zwei Drittel Unternehmensbeteiligungen mit geschätzten 400.000 Arbeitsplätzen gehalten. Sie sind volkswirtschaftlich bedeutend. Und die neuerlichen politischen Diskussionen über eine Vermögenssteuer bringen Stifter dazu, nun ernsthaft über einen Wegzug nachzudenken.

trend: Welche Strategien empfehlen Sie bei Wünschen, die Stiftungskonstruktion zu ändern?
Löw: Die Lösungen können einfach, aber auch sehr komplex sein, das hängt stark von der Art der Vermögenswerte in der Stiftung sowie ihrer rechtlichen Ausgestaltung ab. Als Bank können wir Kunden dahingehend nicht beraten, verfügen aber im Rahmen unserer LLB Family Services über ein österreichisches und internationales Expertennetzwerk, das wir unseren Kunden anbieten.

trend: Welche Vorteile bietet eine Stiftung nach liechtensteinischem Recht?
Löw: Mit dem österreichisch-liechtensteinischen Steuerabkommen aus dem Jahr 2014 wurden sämtliche Rechtsunsicherheiten beseitigt. Die Liechtensteinische Stiftung bietet das, was Stifter suchen: langfristige Vermögenssicherung. Das Fürstentum Liechtenstein hat über 90 Jahre Stiftungstradition und bietet ein rechtlich, politisch und finanziell stabiles Umfeld mit AAA-Staatsrating. Die Stiftung entsteht mit Gründungsurkunde und Ernennung des Stiftungsrates. Im Beistatut wird das Begünstigtenreglement bestimmt. Der Eingangssteuersatz beträgt fünf Prozent. Laufende Erträge werden nach einem Eigenkapitalzinsabzug von vier Prozent mit 12,5 Prozent besteuert. Ausgenommen sind Dividenden und Kapitalgewinne von in-und ausländischen Beteiligungen, Miet- und Pachterträge oder Kapitalgewinne aus der Veräußerung von Auslandsimmobilien. Das ist somit eine interessante Alternative, wenn Vermögen nicht entnommen wird, sondern für Investitionen in der Stiftung verbleibt.


Zur Person

Robert Löw ist seit Anfang 2016 Vorstandsvorsitzender der Liechtensteinischen Landesbank in Österreich. Die Bank verwaltet ein Geschäftsvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro und wird dieses kontinuierlich ausbauen.


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