US-Wahlen: Fondsmanager bereiten sich auf Trump vor

Donald Trump, republikanischer US-Präsidentschaftskandidat.

Donald Trump, republikanischer US-Präsidentschaftskandidat.

Wenn Donald Trump zum Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wird, wäre das für viele Fondsmanager ein Worst-Case-Szenario. Im Vorfeld der Wahlen am Dienstag werden daher Sicherheitsvorkehrungen getroffen

In den buchstäblich letzten Tagen vor der US Präsidentschaftswahl rückt auch für viele Fondsmanager die Möglichkeit eines Sieges von Donald Trump immer mehr in den Blickpunkt. Zum Unterschied vom Brexit, als man auf dem falschen Fuß erwischt wurde, will man diesmal offenbar kein Risiko eingehen und nimmt schon im Vorfeld Anpassungen in der Anlagestrategie vor.

Sollte Trump die Wahl gewinnen, geht man allgemein von einem Kursrutsch bei Aktien aus, während die "sicheren Häfen", also US Staatsanleihen oder auch Gold, gefragt sein sollten.

Goldpreis-Entwicklung. Stand vom 7.11.2016: 1.301,70 Dollar, für aktuelle Preisinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Goldpreis-Entwicklung. Stand vom 7.11.2016: 1.301,70 Dollar, für aktuelle Preisinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Dementsprechend gab es vorige Woche erstmals seit 17 Wochen Zuflüsse in US Staatsanleihen-Fonds (1,85 Milliarden Dollar, alle Zahlen beziehen sich auf die Vorwoche), während Fonds mit den riskanten Hochzinsanleihen knapp 4 Milliarden Dollar an Abflüssen hinnehmen mussten. Rohstoff-Fonds, zu denen auch Gold zählt, erhielten Zuspruch im Ausmaß von 1,4 Milliarden Dollar. Im Gegenzug verzeichneten US Aktienfonds 3,5 Milliarden Dollar an Abflüssen.


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Zittern vor Trump

Angestiegen ist zuletzt auch die Volatilität, sprich der Markt wird angesichts des heranrückenden Wahltages immer nervöser. Diese erhöhte Volatilität (der so genannte Angst-Index) könnte uns aber, unabhängig vom Wahlausgang, noch eine Weile erhalten bleiben. Sollte Trump nämlich unterliegen, hat er schon massiven Protest angekündigt, nicht nur wegen der Wahl selbst, sondern auch wegen Hillary Clintons Email Affäre. Zwar könnte Präsident Obama in seinen verbleibenden Wochen im Amt Clinton noch begnadigen und sie damit vor strafrechtlicher Verfolgung schützen. Aber eine Untersuchung durch den Kongress und als ultima ratio ein Amtsenthebungsverfahren (man erinnere sich an ihren Ehemann!!) wären dennoch möglich. Nicht zuletzt deshalb sind viele Beobachter der Meinung, eine Begnadigung durch Obama würde ihr mehr schaden als nützen.

Für den Markt bleibt die Conclusio, dass die Schwankungsanfälligkeit auch nach der Wahl wahrscheinlich hoch bleiben wird. Dementsprechend bleiben wir bei unserer Untergewichtung von US Aktien im Portfolio, wenngleich wir einen massiven Kurseinbruch nicht als unser wahrscheinlichstes Szenario sehen.


Die Autorin

Der Beitrag stammt von Monika Rosen, Chefanalystin, Bank Austria Private Banking.
Folgen Sie der Autorin auf Twitter: @Monika_Rosen

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