US Gewinnentwicklung nahe dem Tiefpunkt

US Gewinnentwicklung nahe dem Tiefpunkt

Trübe Stimmung an der Wall Street

Nachdem die US Notenbank zuletzt den Ausblick auf die Geldpolitik wieder expansiver gestaltet hat, ist es nun an den Unternehmen, mit ihren Zahlen den Kraftstoff für weitere Kursanstiege zu liefern. Am 11. April gibt Alcoa den Startschuss für die neue US Berichtsaison, und schon im Vorfeld sind die Analysten eher skeptisch gestimmt.

Am 11. April beginnt in den USA die neue Berichtsaison. Angesichts der Zahlen macht sich Skepsis breit: Für die Gewinne im S&P 500 wird im 1. Quartal 2016 derzeit ein Rückgang von 8,3 Prozent prognostiziert (alle Zahlen im Vergleich zum 1. Quartal 2015). Damit ist dies das vierte Quartal in Folge mit rückläufigen Gewinnen. Auch wenn die eigentlichen Zahlen am Schluss besser ausfallen, weil die Analysten (und die Unternehmen) gelernt haben, bei den Schätzungen tiefzustapeln: Es bleibt dennoch wahrscheinlich die schwächste Gewinnentwicklung seit dem Sommer 2009. Zum Vergleich: Noch im Jänner war für das 1. Quartal ein wenn auch minimaler Gewinnanstieg von 0,3 Prozent erwartet worden.

S&P 500 INDEX (US78378X1072)

Was außerdem auffällt: diesmal ist der Rückgang in der Gewinndynamik nicht nur auf Öl- und Grundstoffaktien beschränkt. Auch andere Sektoren, wie z.B. Technologie und defensiver Konsum, müssen sich laut Analysten auf Gewinnrückgänge einstellen. Zu den Gründen für die unbefriedigende Gewinnentwicklung zählen einerseits, wie bereits mehrfach diskutiert, der gefallene Ölpreis (--> Aktueller Ölpreis BRENT) und der starke Dollar (--> Aktueller Wechselkurs EUR/USD). Beide Faktoren haben sich zuletzt aber abgeschwächt und sollten die Zahlen in Zukunft deutlich weniger belasten. Ein besonderes Augenmerk legen viele Beobachter aber auf die Technologie, denn sie gilt als Gradmesser für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Wenn hier gespart wird, verheißt das nichts Gutes für das konjunkturelle Klima insgesamt.

DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE INDEX (US2605661048)

Besonders im Fokus wird einmal mehr der Ausblick stehen, den die Firmen auf das laufende Geschäftsjahr geben. Ein positiver Impuls könnte von der Tatsache ausgehen, dass die Gewinne zwar diesmal reichlich schwach ausfallen dürften, wir aber gleichzeitig dem Zyklus-Tief sehr nahe sind. Es wird auch immer leichter, die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der zurückliegenden Quartale zu übertreffen, das heißt im Jahresverlauf sollte die Gewinndynamik in den USA deutlich anziehen.


Monika Rosen ist Chefanalystin, Bank Austria Private Banking.
Twitter: @Monika_Rosen

Monika Rosen

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