Konzernumbau und schwacher Rubel brocken Metro Verluste ein

Metro-CEO Olaf Koch
Metro-CEO Olaf Koch

Metro-CEO Olaf Koch

Der Umbau des Handelskonzerns Metro und der schwache Rubel brocken dem Unternehmen einen Verlust ein. Konzernchef Olaf Koch verspricht dennoch, dass die Jahresziele erreicht werden. Bei den Aktionären kommt das nicht an. Das Papier rutscht um über sieben Prozent ab.

Die Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens und der schwache Rubel-Kurs lasten auf dem Handelsriesen Metro (DE0007257503). Firmenchef Olaf Koch musste bei der Präsentation der Quartalsergebnisse einen Verlust von 24 Millionen Euro angeben. Der Umsatz der Metro-Gruppe schrumpfte um 2,7 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro.

Koch zeigte sich dennoch optimistisch. Das vierte Quartal werde besser, die Jahresziele würden erreicht, versprach er. Der Löwenanteil der Restrukturierungen - sie kosteten im Quartal rund 190 Millionen Euro - sei abgearbeitet. "Wir sind mit der Neuausrichtung des Unternehmens für mehr Wachstum, Kundenorientierung und unternehmerisches Handeln auf dem richtigen Weg." Dies zeige etwa der Rekordwert beim Umsatz im Geschäft mit der Belieferung von Großkunden wie Gastronomen sowie das Wachstum im Online-Geschäft. Media-Saturn habe die Verkäufe über das Internet etwa um 7,8 Prozent gesteigert.

Bei Anlegern zogen Kochs Argumente, mit denen er Hoffnung auf bessere Zeiten machen wolltem jedoch nicht. Mit einem Minus von über sieben Prozent waren die Metro-Aktien (DE0007257503) mit Abstand schwächster Wert im Nebenwerteindex MDax.

Verlust bei Media Markt und Saturn

Auch die zur Metro-Gruppe gehörende größte Elektronikhandelskette Europas (Media Markt und Saturn) machte weiter Verluste. Und das, obwohl die Fußball-Europameisterschaft das Geschäft beflügelte: Vor der EURO 2016 in Frankreich zog der Absatz von Fernsehern an. Jedoch sind in dieser Produktsparte die Gewinnspannen geringer als bei anderen. Außerdem investierte die Kette in neue Programme zur Kundenbindung, etwa den Media Markt Club. Diese haben in erster Linie Geld gekostet. In Zukunft soll sich das Investment aber auszahlen, versprach Koch.

Für das Gesamtjahr sieht er Metro auf Kurs. Handelskonzerne fahren traditionell den Löwenanteil ihrer Gewinne im Weihnachtsquartal ein. Für 2015/16 geht Koch daher weiterhin von einer leichten Steigerung bei Umsatz und Betriebsgewinn (Ebit vor Sonderfaktoren) aus. Obwohl das wichtige Weihnachtsgeschäft bereits ins erste Geschäftsquartal fiel, lag der Betriebsgewinn nach neun Monaten mit 992 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Koch muss im vierten Quartal also noch eine Schippe drauflegen.

Konzern im Wandel

Bis Mitte 2017 will Koch das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft um Cash&Carry sowie die Real-Supermärkte in eine neue Gesellschaft abspalten. Der Konzern soll dann in zwei börsennotierte Unternehmen geteilt werden. Geplant ist ein Lebensmittelspezialist mit den Töchtern Cash & Carry und Real unter der Leitung von Koch und ein Unternehmen für Unterhaltungselektronik, das von Media-Saturn-Chef Pieter Haas geführt werden soll.

Metro liege dabei im Zeitplan, sagte Koch. Die Aufspaltung solle mehr Schlagkraft bringen, hatte er angekündigt. Zudem muss Koch sich dann nicht mehr mit dem Minderheitseigner von Media-Saturn, Erich Kellerhals, herumschlagen. Mit diesem liefert er sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf. Weitere Informationen zur Aufspaltung soll es laut Koch Anfang September geben.

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