Uber-nommen: Uber wirft in China das Handtuch

Uber CEO Travis Kalanick

Uber CEO Travis Kalanick

Der Online Fahrtendienst Uber hat in China das Handtuch geworfen und seinen lokalen Ableger an den chinesischen Mitbewerber Didi verkauft. Das neu entstandene Unternehmen ist rund 35 Milliarden Dollar wert, Uber ist jetzt der größte Investor von Didi und hat in dieser Rolle Apple abgelöst, die schon früher auf Didi gesetzt hatten.

Mit dem Ausstieg von Uber aus dem chinesischen Markt und der Fusion von Uber China mit Didi endet eine brutale Schlacht um Marktanteile im riesigen chinesischen Markt. Erst letzte Woche hat die chinesische Regierung online Fahrtendienste in China legalisiert, damit ist der Weg für weitere Expansionen frei. Wenn auch die Analysten bezüglich des Deals unterschiedlicher Meinung sind, so gibt es doch klare, nachvollziehbare Gründe, warum sich Uber aus dem Reich der Mitte verabschiedet hat.

Wie Uber CEO Travis Kalanick selbst bekannte, hat das Unternehmen eine Milliarde Dollar pro Jahr in China verloren. Didi wiederum kommt in China auf einen Marktanteil von fast 80 Prozent, der „Kampf um China“ war für Uber also teuer und am Ende nicht mehr wirklich argumentierbar.

Man kann wohl sagen, Uber hat zum richtigen Zeitpunkt die Reißleine gezogen, denn in den entwickelten Märkten sind sie seit dem ersten Halbjahr 2015 in den schwarzen Zahlen. Und auch wenn Uber selbst in China nun nicht mehr vertreten ist, so sind sie doch am größten online Fahrtendienst des Landes maßgeblich beteiligt. Das kann noch einmal von Vorteil sein – man denke an Yahoo. Die haben 2005 ihr China-Geschäft an Alibaba verkauft und bei der Gelegenheit einen Anteil in Alibaba bekommen. Diese Beteiligung sollte sich in den nächsten Jahren zur größten Trumpfkarte von Yahoo entwickeln.

Verluste und Widerstand

Auch wenn Uber immer wieder betont, nicht an die Börse gehen zu wollen: im Fall der Fälle wäre es von Vorteil, wenn man potenziellen Anlegern nicht erklären muss, warum man eine Milliarde Dollar pro Jahr in China versenkt.

Uber sieht sich in vielen Märkten mit Widerständen konfrontiert, da ist es schon hilfreich, seine Ressourcen auf jene Bereiche zu fokussieren, wo Aussicht auf Erfolg besteht. In Europa kämpft das Unternehmen gegen Regulierungsbehörden, in den USA streitet man sich darüber, ob die Uber Fahrer Mitarbeiter oder Auftragnehmer sind.

Jetzt, wo die Situation in China bereinigt ist, kann sich Uber auf andere Wachstumsmärkte konzentrieren, zum Beispiel auf Indien. Und Uber will ja auch noch neue Produkte forcieren, wie UberEats, ein Lieferservice für Restaurants. Außerdem will das Unternehmen 500 Millionen Dollar in sein eigenes elektronisches Kartensystem investieren.


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