Twitter bleibt hinter den Prognosen der Börsianer

Twitter bleibt hinter den Prognosen der Börsianer

Die Werbeerlöse wuchsen beim US-Kurzmitteilungsdienst Twitter nur noch um 37 Prozent auf 595 Millionen Dollar.

San Francisco. Anleger warten weiter vergeblich auf Erfolgsmeldungen von Twitter. Im ersten Quartal schwächelte das Werbegeschäft, die Erlöse blieben deutlich unter den Erwartungen der Wall Street - die Aktie (ISIN US90184L1026) stürzte im nachbörslichen Handel ab. Der seit Jahresbeginn bereits um 23 Prozent abgesackte Kurs der Twitter-Aktie brach nachbörslich um über zwölf Prozent ein.

Zwar legte der Umsatz in den drei Monaten bis Ende März verglichen mit dem Vorjahreswert um 36 Prozent auf 594,5 Millionen Dollar (526,4 Millionen Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten jedoch mit einem wesentlich höheren Wert gerechnet.

Besonders enttäuschend: Die Werbeerlöse, Twitters wichtigste Geldquelle, wuchsen nur noch um 37 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Im Vorquartal hatte es hier noch ein Plus von 48 Prozent gegeben.

Zudem wurden die Prognosen der Analysten beim Ausblick auf das laufende Vierteljahr massiv verfehlt. Twitter stellt Erlöse zwischen 590 und 610 Millionen Dollar in Aussicht. Finanzprofis waren von erheblich mehr ausgegangen.

Lichtblick: Userzahlen steigen

Zumindest beim Nutzerwachstum konnte Vorstandschef Jack Dorsey, der im letzten Jahr an die Firmenspitze zurückgekehrt war und den glücklosen Dick Costolo ersetzt hatte, Fortschritte melden. Die Zahl der aktiven User, die sich mindestens einmal pro Monat einloggen, stieg dank saisonaler Faktoren und einer Marketing-Offensive zum Vorjahr um drei und zum Vorquartal um 1,6 Prozent auf 310 Millionen.

Im Schlussquartal 2015 hatte Twitter erstmals aktive Nutzer verloren. Das einst rasante Wachstum hatte sich bereits im vergangenen Jahr drastisch verlangsamt. Dorsey will das Ruder durch einfachere Nutzbarkeit und neue Angebote wie Live-Übertragungen über die hauseigene Streaming-App Periscope herumreißen.

Das Unternehmen bleibt in den roten Zahlen, auch wenn der Verlust deutlich verringert wurde. Unter dem Strich ergab sich im ersten Quartal ein Minus von 79,7 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 162,4 Millionen Dollar gewesen.

Nutzer können über Twitter bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen, die auch Links zu Websites, Bildern oder Videos enthalten können. Der 2006 gestartete Dienst hat sich damit als Medium für die Verbreitung von schnellen Nachrichten etabliert.

Andreas Lasser-Klein, Sprecher der Geschäftsführung der Kepler Fondsgesellschaft.

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Uli Krämer, (2. v. r., sitzend), Leiter des Kepler-Portfoliomanagaments, mit einem Teil des Teams im Trading-Room der Fondsgesellschaft.

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