Trumps Russland-Connection belastet die Weltbörsen

Berichte um die Russland-Connection des US-Präsidenten Donald Trump belasten die Börsen.

Berichte um die Russland-Connection des US-Präsidenten Donald Trump belasten die Börsen.

Weitere Hinweise auf Kontakte zwischen Wahlkampfberatern Donald Trumps und der russischen Regierung setzen den US-Präsidenten und die Aktienmärkte der Welt unter Druck.

Die Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump bereitet den USA und den Anlegern der Welt wieder einmal Sorgen. Nun gibt es Aussagen, die darauf hindeuten, dass zwischen Wahlkampfberatern des US-Präsidenten und Personen mit Verbindungen zur russischen Führung ein noch engerer Austausch bestanden hatte als bislang angenommen wurde: Zwischen April und November 2016 soll es Aussagen von ehemaligen und aktuellen Regierungsvertretern in mindestens 18 Fällen entsprechende Telefonate oder E-Mails gegeben haben.

Die bislang nicht öffentlich gemachten Kommunikationsvorgänge sind Teil der Unterlagen, die derzeit von der Bundespolizei FBI und Ermittlern des Kongresses geprüft werden. Das Justizministerium hat zur Untersuchung der Vorgänge den früheren FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler bestellt. Er soll prüfen, ob es zwischen Trumps Wahlkampfteam und der Regierung in Moskau geheime Absprachen gab und ob Russland Einfluss auf die Präsidentenwahl im November nahm. "Ich habe beschlossen, dass ein Sonderberater notwendig ist, damit das amerikanische Volk volles Vertrauen in das Ergebnis hat", erklärte der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein.

Trump soll auch den von ihm entlassenen FBI-Chef James Comey gedrängt haben, Ermittlungen gegen den von im eingesetzten Nationalen Sicherheitsberater Michael Flyn einzustellen. Das geht auch aus einem Gesprächsprotokoll Comeys hervor. Flyn hatte noch vor Trumps Amtsantritt Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak, was dieser ursprünglich bestritten hatte.

In den USA wird nun bereits über eine mögliche Amtsenthebung des Präsidenten diskutiert. Allerdings sind diese Diskussionen zumindest derzeit noch sehr hypothetisch, denn die Republikaner haben sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit. Damit sie einem Amtsenthebungsverfahren gegen den von ihnen nominierten Präsidenten zustimmen müsste es schon wirklich schwerwiegende Gründe und Beweise geben.

Aktienmärkte reagieren nervös

Die Börsen reagieren auf die Nachrichten aus den USA sehr nervös. Donald Trump wird zum Belastungsfaktor für die Märkte. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent im Minus bei 19.553 Punkten. Der Topix-Index gab ebenfalls 1,3 Prozent nach auf 1555 Punkte. Das überraschend starke Wirtschaftswachstum in Japan im ersten Quartal rückte in den Hintergrund. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,5 Prozent.

Der Dax hat im Tagesverlauf bereits rund ein Prozent an Wert verloren, der EuroStoxx50 1,2 Prozent und der ATX sogar 1,6 Prozent. Der Dollar geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug stieg der Euro auf ein Sechs-Monats-Hoch von 1,1171 Dollar (siehe Kurstabellen).


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In der Hoffnung auf einen US-Wirtschaftsboom hatten die internationalen Börsen seit der Präsidentschaftswahl im November zwischen zehn und 20 Prozent zugelegt. Nun nutzen Anleger offenbar die aktuellen Polit-Turbulenzen für Gewinnmitnahmen. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteidigte ihr knapp zweiprozentiges Kursplus vom Vortag und kostete zeitweise 1263,02 Dollar je Feinunze. (--> aktueller Goldpreis) Gleichzeitig taxierten Anleger die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Juni nur noch auf 60 Prozent.

Unter Verkaufdruck gerieten auch Fiat Chrysler. Insidern zufolge bereitet die US-Regierung wegen der angeblichen Manipulation von Abgastests eine Klage gegen den Autobauer vor. Fiat-Aktien fielen daraufhin in Mailand um bis zu sieben Prozent.

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